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Frauen im Fußball

Interview mit Irene Göschl: Mit Herzblut für mehr Sichtbarkeit von Frauen im Fußball

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Interview mit Irene Göschl: Mit Herzblut für mehr Sichtbarkeit von Frauen im Fußball

Fokus: Frauen im Fußball 2026

Im Rahmen unserer Kampagne „Frauen im Fußball – Fokus“ freuen wir uns, diesmal eine besonders engagierte Stimme aus dem österreichischen Fußball vorzustellen: Irene Göschl. Mit großer Leidenschaft setzt sie sich seit Jahren für mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung ein. 

Im Interview spricht sie über ihren persönlichen Weg zum Fußball, prägende Erlebnisse und strukturelle Herausforderungen. Mit beeindruckender Reichweite in den sozialen Medien zeigt sie, welches Potenzial in authentischem, ehrenamtlichem Engagement steckt – und wo aus ihrer Sicht noch entscheidende Schritte notwendig sind.

Der Höhepunkt unserer Kampagne „Fokus: Frauen im Fußball“ ist „Frauen im Fußball – The Talk“, der 2026 bereits zum dritten Mal stattfindet. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen, bestehende strukturelle Hürden sowie konkrete Ansatzpunkte für Vereine, Verbände und Ausbildung – mit anschließendem offenen Austausch und Networking. Sichere dir deine kostenlosen Tickets hier.

Wer bist du und wie bist du zum Fußball gekommen?

Mein Name ist Irene Göschl, ich bin seit 27 Jahren mit meinem Mann Heimo verheiratet, Mutter von zwei wunderbaren, inzwischen erwachsenen Kindern, Julian (27) und Helena (21). Mein Mann und ich leben im schönen Ennstal mit Blick auf den Grimming. Bei uns zuhause herrscht leichte Überzahl an Vierbeinern, unsere Hündin Amy und die beiden Katerchen Wasabi und Maki sorgen dafür, dass es nie langweilig wird.

Fußball begleitet mich eigentlich, seit ich denken kann. In meiner Kindheit und Jugend habe ich jede freie Minute mit den Jungs gekickt, ich habe es einfach geliebt. 

Irene Göschl im Stadion von Austria Wien. Foto: Gerhard Breitschopf

Es stand auch ein Angebot vom 1. DFC Leoben im Raum, damals höchste Liga. Für mich wäre das ein Traum gewesen. Aber mein Vater hatte große Bedenken wegen der Verletzungsgefahr, weil ich im elterlichen Betrieb mitarbeitete. War schon bitter für mich, aber damals war es halt so.

Ich verschrieb mich dann mit Haut und Haar dem Männerfußball bis ins Jahr 2017. Der Wendepunkt kam eigentlich im Urlaub 2017. Die Schulfreundin meiner Tochter Ines, damals im LAZ Stainach, war mit uns unterwegs. Und plötzlich saßen wir nicht nur am Strand, sondern auch gemeinsam vor dem Fernseher bei den EM Spielen der österreichischen Frauen-Nationalmannschaft. Ich war völlig begeistert.

Als sie später in die Akademie nach St. Pölten wechselte und 2019 bei der U17-EM in Bulgarien spielte, war ich in Bulgarien dabei. Dieses Erlebnis war für mich unvergesslich. Da habe ich gemerkt, das ist mehr als nur Zuschauen. Das ist Herzblut.

Ich begann, Bilder und Eindrücke auf meinen privaten Facebook- und Instagram-Accounts zu teilen. Weil Ines in der 1. Bundesliga spielte, war ich oft live bei ihren Spielen – und irgendwann wurde aus dem „ein bisschen posten“ auf meinen privaten Accounts eine echte Mission.

Was war der Moment, in dem dir klar wurde: Frauen im Fußball bekommen nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen – und ich will daran etwas ändern und starte mit Social Media?

Der entscheidende Moment war kein einzelner Augenblick, sondern ein Prozess.

Ich habe gesehen, welchen unglaublichen Aufwand Spielerinnen und Eltern betreiben, schon im LAZ, später in der Akademie St. Pölten. Fahrten, Trainingszeiten, Organisation, finanzielle Belastung und trotzdem kaum mediale Aufmerksamkeit und nur minimale finanzielle Unterstützung und so gut wie keine Wertschätzung. Gleichzeitig bekommen Burschen teilweise schon ab der Oberliga eine deutlich bessere Förderung.

Da stimmt einfach etwas nicht.

Ich begann immer aktiver zu posten, Fotos zu teilen, Kommentare zu schreiben bei Vereinen, beim ÖFB, überall dort, wo ich dachte: Jetzt muss man doch hinschauen!

Seit zwei Jahren mache ich das sehr intensiv. Und ganz ehrlich: Für jemanden, der mit Social Media vorher wenig am Hut hatte, war das Learning by Doing.

Da ich aus gesundheitlichen Gründen schon seit Jahren zuhause bin, die Kinder sind ausgezogen und der Frauenfußball hat mir unglaublich viel Kraft gegeben. Ich konnte endlich das leben, was ich in meiner Jugend nicht durfte. Vielleicht mit ein paar Jahren Verspätung – aber mit voller Leidenschaft.

Ich habe Spielerinnen, Trainer, Eltern kennengelernt, obwohl ich eigentlich eher zurückgezogen lebe. Und aus meinen privaten Accounts ist etwas entstanden, womit ich nie gerechnet hätte.

Mein Tag beginnt mittlerweile damit, Nachrichten zu beantworten – und das sind nicht wenige. Danach geht es mit Content weiter. Es erfüllt mich, wieder eine Aufgabe zu haben. Eine, die Sinn macht.

Dass ich perfektionistisch bin, macht es nicht immer einfacher – ich will immer noch mehr machen. Mein Körper zeigt mir aber immer sehr deutlich auf, wo meine Grenzen sind.

Umso dankbarer bin ich, dass mein Mann selbst großer Fan des Frauenfußballs ist. Er bringt unglaublich viel Verständnis auf, fährt mich zu Spielen – und unterstützt mich voll und dafür bin ich sehr dankbar.

Welche Hürden hast du aus deiner eigenen Erfahrung im Leistungs- und Amateurfusball am Stärksten wahrgenommen – und wo siehst du den größten Reformbedarf?

Ganz ehrlich: Meine größte Hürde war damals schlicht und einfach, dass ich nicht spielen durfte. Ich hätte alles dafür gegeben, beim 1. DFC Leoben aufzulaufen.

Heute sehe ich andere Hürden – strukturelle.

Und ich meine damit nicht, dass Frauen das Gleiche verdienen müssen wie Männer. Das ist Blödsinn. Aber es geht um Grundlagen:

  • strukturierte Trainingsprogramme
  • ordentliche Versicherungen
  • Zugang zu Fitnessmöglichkeiten
  • Physiotherapie
  • Sportpsychologische Betreuung
  • und vor allem: Wertschätzung
Irene Göschl mit Laura Wienroither. Foto: ÖFB

Es muss das Ziel sein, dass man in der Admiral Frauen-Bundesliga irgendwann vom Fußball leben kann. Vielleicht nicht morgen – aber doch bald. Wenn das nicht das Ziel ist, dann fehlt die Vision.

Manchmal habe ich leider das Gefühl, dass der Frauenfußball in Österreich eher gebremst als gefördert wird.

Auch bei den neuen Lizenzbestimmungen bin ich skeptisch. Natürlich braucht es Professionalität – aber es darf nicht so sein, dass am Ende nur noch große Vereine eine Chance haben. Es sollten die Besten spielen.

Viel wichtiger wäre meiner Meinung nach eine Aufstockung auf 12 Teams. In Deutschland ist man diesen Weg längst gegangen – die Frauen-Bundesliga wurde bereits auf 14 Mannschaften erweitert und eine weitere Aufstockung steht im Raum.

Da muss Österreich aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren.

Und dann kommen wir zu Social Media – der größten Chance überhaupt.
Ich hatte in der Herbstsaison zwischen 800.000 und 950.000 Aufrufe. Als Privatperson. Ehrenamtlich. Aus Leidenschaft. An dieser Stelle möchte ich mich besonders bei den vielen großartigen Fotografen bedanken, die mir ihre Fotos kostenlos zur Verfügung stellen und damit maßgeblich dazu beitragen, den Frauenfußball sichtbarer zu machen.

Stell dir vor, was möglich wäre, wenn es von offizieller Seite professionell betreute Accounts gäbe – vom ÖFB oder der Liga – die täglich hochwertigen Content liefern.

Und ganz wichtig: Jeder Verein der Admiral Frauen-Bundesliga sollte einen eigenen, gut betreuten Account haben – nicht „irgendwo“ beim Männerverein mitlaufen. Das ist keine Wertschätzung. Sichtbarkeit beginnt bei der eigenen Bühne.

Welche Chance im Frauenfußball wird aktuell am meisten unterschätzt-und was müsste passieren, damit sie genutzt wird?

Am meisten unterschätzt wird meiner Meinung nach die emotionale Kraft des Frauenfußballs.

Die Identifikation ist unglaublich hoch. Die Spielerinnen sind nahbar, authentisch, bodenständig – junge Mädchen haben echte Vorbilder, die erreichbar wirken. Das ist ein riesiges Potenzial.

Was passieren müsste?

  • Mehr mediale Präsenz
  • Professionelle Social-Media-Strategien
  • Ausbau der Liga
  • Klare langfristige Vision
  • Und vor allem: Mut

Frauenfußball ist kein „Nebenprodukt“. Er ist eine eigenständige, starke Sportart mit enormem Wachstumspotenzial.

Und ich werde weiter meinen Teil dazu beitragen, so gut es mir möglich ist – mit Herz, mit Leidenschaft und wahrscheinlich weiterhin mit sehr wenig Zeit für mein Privatleben. Aber wenn ich sehe, wie sich junge Spielerinnen entwickeln und mehr Aufmerksamkeit bekommen, dann weiß ich: Es lohnt sich.

Frauen im Fußball: The Talk

17. März | FH Technikum Wien

Frauen im Fußball – The Talk“ bringt Expertinnen, Spielerinnen und Entscheidungsträger*innen zusammen, um über Entwicklungen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven von Frauen im Fußball zu sprechen. Die Veranstaltung bietet Impulse, Diskussion und Raum für Austausch.

Was ist die wichtigste persönliche Botschaft, die du Menschen mitgeben möchtest, die den Frauenfußball verfolgen, fördern oder selbst darin aktiv sind?

Meine wichtigste Botschaft ist: Nehmt den Frauen im Fußball ernst – und nehmt euch selbst ernst. Jede Spielerin investiert genauso viel Herzblut, Disziplin und Leidenschaft wie jeder andere Leistungssportler auch und verdient dafür Respekt und faire Bedingungen. Sichtbarkeit entsteht nicht von allein – sie entsteht, wenn Fans kommen, wenn Verantwortliche mutig investieren und wenn wir alle darüber sprechen. Frauenfußball ist kein Randthema, sondern eine echte Chance mit enormem Potenzial. Und wenn jeder ein kleines Stück beiträgt, können wir gemeinsam Großes bewegen. 

Zu dieser Anmerkung: “Manchmal habe ich leider das Gefühl, dass der Frauenfußball in Österreich eher gebremst als gefördert wird”.

Nach zwei sehr erfolgreichen EM-Teilnahmen wurde jedes Mal groß angekündigt, dass man diese Chance nicht wieder verschlafen dürfe – und trotzdem habe ich immer wieder das Gefühl, dass der Frauenfußball in Österreich eher gebremst als gefördert wird. Die Worte sind schnell gesagt, aber die Taten danach wirken oft halbherzig. Es beginnt bei den Signalen nach außen: Ein Spiel gegen die Europameisterinnen in einem kleinen Stadion wie Wiener Neustadt, obwohl man mit der richtigen Planung deutlich größere Stadien hätte füllen können. Genau solche Entscheidungen zeigen, welchen Stellenwert der Frauenfußball tatsächlich hat.

Sportlich wirkt es ähnlich konsequent los. Irene Fuhrmann halte ich für eine sehr gute Trainerin, aber das Amt als Teamchefin kam meiner Meinung nach zu früh. Statt die Chance zu nutzen, eine wirklich erfahrene Lösung für diese starke Generation zu holen, wurde intern nachbesetzt – nach dem Motto: „wird schon passen“. Was das bedeuten kann, sehen wir gerade. Wenn nicht rasch gegengesteuert wird, befürchte ich, dass wir in naher Zukunft weder EM noch WM erreichen – und das wäre besonders bitter für die erfahrenen Spielerinnen, die sich das verdient haben.

Dazu kommt die finanzielle Schieflage: Im Frauenfußball heißt es schnell, es sei zu teuer oder nicht machbar – während bei den Herren große Budgets und riesige Delegationen zu Großereignissen selbstverständlich sind. Warum wird im Frauenbereich nicht endlich aufgestockt?

Ich habe gesehen, wie stark Teams wie die Wildcats und Rapid sind. Umso mehr sorgt mich, dass neue Lizenzbestimmungen in der Admiral Frauen Bundesliga ausgerechnet jetzt zum Thema werden – und dass es am Ende sportlich erfolgreiche Vereine, aber kleine Vereine wie z.B. die Wildcats, treffen könnte, weil die Rahmenbedingungen plötzlich so gesetzt sind, dass es für manche kaum mehr machbar ist.

Diese Schieflage zeigt sich leider oft auch in der täglichen Praxis. Viele, die sich – oft sogar ehrenamtlich und mit viel Leidenschaft – für die Sichtbarkeit des Sports einsetzen, stoßen auf unnötige bürokratische Hürden. Wenn der Zugang zu Pressematerial oder offizieller Unterstützung so erschwert wird, bleibt viel Potenzial für mehr Reichweite ungenutzt. Es wirkt manchmal so, als stünde man sich hier bei der aktiven Förderung der Sichtbarkeit selbst im Weg. Dabei wäre genau das der Schlüssel, um mehr Menschen zu begeistern und dem Frauenfußball die Wertschätzung zu geben, die er längst verdient.

„Wir freuen uns sehr, dass ‚Fokus: Frauen im Fußball‘ bereits in das dritte Jahr geht. Was als Initiative begonnen hat, ist zu einem festen Bestandteil unseres Jahres geworden. Die kontinuierliche Unterstützung der Vereine und unserer Partner*innen zeigt, wie relevant dieses Thema ist. Mehr Sichtbarkeit und Chancengleichheit für Frauen im Fußball entstehen nicht durch einzelne Aktionen, sondern durch langfristiges Engagement.“
Simon Schmiderer
zone14 - Co-CEO und Mitbegründer
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Fokus: Frauen im Fußball | KURIER-Interview mit Alexander Schriebl

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Fokus: Frauen im Fußball | KURIER-Interview mit Alexander Schriebl

Fokus: Frauen im Fußball 2026

Im Rahmen unserer Kampagne „Frauen im Fußball – Fokus“ freuen wir uns über die Partnerschaft mit Kurier, um die Sichtbarkeit von Frauen im Fußball weiter zu stärken und zentrale Themen einem noch breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Mit freundlicher Genehmigung von Kurier veröffentlichen wir hier das Interview mit ÖFB-Frauenteamchef Alexander Schriebl, in dem er über die Entwicklung des Nationalteams, sportliche Zielsetzungen sowie die Herausforderungen auf dem Weg zur WM-Qualifikation spricht.

Den vollständigen Originalartikel können Sie hier auf der Website von Kurier lesen.

Der Höhepunkt unserer Kampagne „Fokus: Frauen im Fußball“ ist „Frauen im Fußball – The Talk“, der 2026 bereits zum dritten Mal stattfindet. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen, bestehende strukturelle Hürden sowie konkrete Ansatzpunkte für Vereine, Verbände und Ausbildung – mit anschließendem offenen Austausch und Networking. Sichere dir deine kostenlosen Tickets hier.

Ein Jahr ÖFB-Teamchef: "Gegen Stärkere brauchen wir einen Plan B"

Ein Jahr, heißt es, braucht man, um in einem neuen Job anzukommen. Am 21. Jänner 2025 trat Alexander Schriebl, zuvor Coach des FC Bergheim, die Nachfolge von Irene Fuhrmann beim ÖFB-Frauenteam an. Im KURIER blickt er zurück und nach vorne.

Sind Sie in Ihrem Amt angekommen?

Ja. Man kennt die Abläufe, kennt die Spielerinnen. Am Anfang war es schon sehr herausfordernd. Es gab wenig Anlaufzeit, es ging sofort um Ergebnisse. Das Jahr ging schnell vorbei. Erst im Dezember, nach Trainingslager und Testspielen, war etwas Zeit zum Durchschnaufen und Zurückblicken.

Was hat sich verbessert in dem Jahr?

Ich bin sehr zufrieden mit dem Start. Und mit vielen Spielen, wenn auch nicht immer mit den Ergebnissen. Wir hatten riesige Herausforderungen, etwa die Verletzten vor den Play-offs – es war richtig toll, wie die Spielerinnen das gemeistert haben. Wir mussten uns erst finden: Wie wir spielen wollen, unsere neue Ausrichtung, eine Identität schaffen – einen Fußball mit Wiedererkennungswert.

Dieser Spielstil hat auch Herausforderungen offenbart. Die hohe Intensität zum Beispiel. Wie kann man als Teamchef dafür sorgen, dass das intensive Spiel 90 Minuten durchgehalten wird?

In erster Linie braucht man das Commitment der Spielerinnen. Das war von Anfang an da. Dass man sich körperlich verbessert, ist etwas, das die Spielerinnen selbst übernehmen müssen – auch mit Unterstützung unserer Athletikabteilung. Wir können Gegner, die auf ähnlichem Niveau sind wie wir, mit unserer Spielweise kontrollieren, teilweise auch dominieren. Gegen Stärkere haben wir gemerkt, dass wir einen Plan B brauchen.

Was ist der Plan B?

Vielleicht eine andere Grundordnung schaffen, Pressinglinien verschieben. Wir wollen aber trotzdem, wenn wir den Ball haben, so schnell wie möglich unser Spiel durchziehen und wieder nach vorne kommen.

Wie kann man dem anfänglichen Mangel im Spielaufbau entgegenwirken?

Die Frage ist, wo man das Spiel aufbauen will. Es muss nicht immer vor dem eigenen Tor sein. Wir haben viele Chancen kreiert, auch wenn es nicht immer zu einem Tor gekommen ist. Wenn dann kein Tor fällt, ist die Chance schnell vergessen. Ich bin nicht der Meinung, dass wir die Spiele gewinnen, indem wir gut im Spielaufbau sind, sondern in der Spielfortsetzung und vor allem im Spiel gegen den Ball.

Wie steht es um Commitment und mentale Stärke im Team?

Daran fehlt es sicher nicht! Es braucht eben alles seine Zeit. Wir haben durch die vielen Verletzungen in kürzester Zeit fast 500 Länderspiele an Erfahrung verloren. Die „Wirbelsäule“ des Teams war weg – mit Manuela Zinsberger, Sarah Zadrazil und dann auch noch Marie Höbinger und Lilli Purtscheller. Auf einmal hast du eine Situation, in der von heute auf morgen andere in die Verantwortung rutschen.

Frauen im Fußball: The Talk

17. März | FH Technikum Wien

Frauen im Fußball – The Talk“ bringt Expertinnen, Spielerinnen und Entscheidungsträger*innen zusammen, um über Entwicklungen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven von Frauen im Fußball zu sprechen. Die Veranstaltung bietet Impulse, Diskussion und Raum für Austausch.

Sie haben die Chancenauswertung erwähnt. Fehlt dem Team der „Killerinstinkt“?

Das sind die Zusatzaufgaben der Profis. Daran kann jede nur selbst arbeiten. Manchmal kriegst du nur ein, zwei Möglichkeiten im Spiel, da sollte es dann funktionieren. Und wenn nicht, fängt man zum Überlegen an. Als Trainerteam legen wir nicht den Fokus darauf, dass die Chancen nicht verwertet werden, sondern darauf, dass wir sie uns erspielt haben. Natürlich wäre es schön, wenn wir aus jeder Chance ein Tor machen. Aber vielleicht sind wir das nicht. Vielleicht müssen wir daran arbeiten, uns die eine Chance mehr zu erarbeiten. Und wenn wir gut verteidigen, wird das auch reichen.

Haben Sie die richtigen – und auch genügend – Spielerinnen für Ihren Spielstil?

Wir haben auf jeden Fall die richtigen. Das war mir von Anfang an klar. Wenn alle fit sind, dann haben wir auf jeden Fall auch genügend.

Kommt genug nach im Nachwuchs? Tut Österreich genug für den Frauenfußball?

Es werden große Schritte gemacht. Wir sollten mehr in die Professionalität gehen, müssen mehr Mädchen zum Fußball bringen. Da setzen wir mit ÖFB und Frauenakademie die Schritte. In der Bundesliga kommen die Traditionsvereine immer mehr in Schwung, was dem Frauenfußball generell guttut.

Wo steht Österreichs Frauenfußball international?

An die Spitzennationen heranzukommen, wird schwer. Wir müssen darum kämpfen, die Position zu halten. Auch hinter uns wird investiert, ich denke an Polen und Finnland. Ein U23-Team würde uns guttun, damit der Sprung zur Kampfmannschaft nicht so groß ist. Wir müssen Werbung machen und auf Dinge hinweisen, die gut sind. Auf diese Weise können wir neue Vorbilder schaffen.

„Wir freuen uns sehr, dass ‚Fokus: Frauen im Fußball‘ bereits in das dritte Jahr geht. Was als Initiative begonnen hat, ist zu einem festen Bestandteil unseres Jahres geworden. Die kontinuierliche Unterstützung der Vereine und unserer Partner*innen zeigt, wie relevant dieses Thema ist. Mehr Sichtbarkeit und Chancengleichheit für Frauen im Fußball entstehen nicht durch einzelne Aktionen, sondern durch langfristiges Engagement.“
Simon Schmiderer
zone14 - Co-CEO und Mitbegründer
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Frauen im Fußball

zone14 startet die dritte Auflage der Initiative für mehr Sichtbarkeit von Frauen im Fußball

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zone14 startet die dritte Auflage der Initiative für mehr Sichtbarkeit von Frauen im Fußball

Pressemitteilung

Fokus: Frauen im Fußball 2026

Wien, 18. Februar 2026 – Das Wiener KI-Unternehmen zone14 startet heute die dritte Auflage der Initiative „Fokus: Frauen im Fußball“. Von 17. Februar bis 17. März 2026 stehen Frauen im Fußball erneut im Mittelpunkt – mit digitalen Formaten, Interviews, Blog zusammen mit Partnern und einer spannenden Abschlussveranstaltung.

Ziel der Kampagne ist es, die Sichtbarkeit von Frauen im Fußball weiter zu stärken, erzielte Fortschritte sichtbar zu machen und den offenen Austausch über bestehende strukturelle Herausforderungen zu fördern. Gemeinsam mit Vereinen, Spielerinnen, Trainerinnen, Partnerorganisationen und Expert:innen möchte zone14 einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung und Professionalisierung von Frauen im Fußball leisten.

„Wir freuen uns sehr, dass ‚Fokus: Frauen im Fußball‘ bereits in das dritte Jahr geht. Was als Initiative begonnen hat, ist zu einem festen Bestandteil unseres Jahres geworden. Die kontinuierliche Unterstützung der Vereine und unserer Partner*innen zeigt, wie relevant dieses Thema ist. Mehr Sichtbarkeit und Chancengleichheit für Frauen im Fußball entstehen nicht durch einzelne Aktionen, sondern durch langfristiges Engagement.“
Simon Schmiderer
zone14 - Co-CEO und Mitbegründer

„Fokus: Frauen im Fußball“: The Talk

Den Höhepunkt der Kampagne bildet erneut die Veranstaltung „Frauen im Fußball – The Talk“, die am 17. März 2026 an der FH Technikum Wien (Höchstädtplatz 6, 1200 Wien) stattfindet.

Im Rahmen einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion diskutieren Spielerinnen, Trainer:innen und Vertreter:innen aus dem Sportbereich über aktuelle Entwicklungen rund um Frauen im Fußball, wirtschaftliche und strukturelle Herausforderungen, konkrete Handlungsfelder für Vereine und Entscheidungsträger:innen sowie die Rolle von Innovation und Technologie für mehr Chancengleichheit. Im Anschluss bietet die Veranstaltung Raum für Austausch und Networking.

Early-Bird-Tickets sind ab sofort kostenlos auf unserem Eventbrite erhältlich.

Mach mit!

zone14 lädt Vereine, Sportler:innen, Unternehmen, Medienvertreter:innen und alle Fußballinteressierten ein, sich aktiv an der Kampagne zu beteiligen und Teil des Dialogs zu werden. Weitere Informationen zur Initiative sowie Details zur Veranstaltung finden Sie hier. 

Über zone14:
zone14 ist ein Unternehmen im Bereich der KI-basierten Videoanalyse und spezialisiert sich auf innovative und zugängliche Lösungen für den Fußball. Ziel ist es, Vereinen aller Leistungsstufen professionelle Analysetools bereitzustellen und gleichzeitig Initiativen zu unterstützen, die Vielfalt und Chancengleichheit im Sport stärken.

Kontakt für Rückfragen
Oswald Schwarz
Tel: +43 664 3642015
E-Mail: oswald@zone14.ai

Meldemannstraße 18
1200 Wien

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Spieldaten

zone14 STATS bringt objektive Leistungsdaten in den Amateurfußball

zone14 STATS bringt objektive Leistungsdaten in den Amateurfußball

Video-basierte Leistungs- und Taktikanalyse auf Profi-Niveau – ganz ohne GPS-Westen

WIEN, ÖSTERREICH – 28. Januar 2026 – Das österreichische Sport-Tech-Unternehmen zone14 startet mit STATS ein neues Analyse-Modul innerhalb der zone14-Plattform. STATS berechnet Leistungs- und Taktikdaten direkt aus der Spielaufnahme – ohne GPS-Westen, Sensoren oder zusätzliche Hardware auf dem Platz.

Technisch bedeutet das: Das System analysiert das Kamerabild, erkennt Spielerbewegungen und wertet diese automatisch aus. Für den Verein heißt das ganz einfach: Ein Spiel aufnehmen reicht aus, um messbare Leistungsdaten zu bekommen.

Nach dem Abpfiff verlassen sich Trainer oft auf ihr Gefühl. STATS ergänzt dieses Gefühl durch objektive Daten, die zeigen, was wirklich passiert ist – nicht nur, was man glaubt gesehen zu haben.

Aber was macht STATS eigentlich?

STATS nutzt die vorhandene Spielaufnahme, um die Positionen und Bewegungen der Spieler über die gesamte Spielzeit zu verfolgen. Aus diesen Bewegungen berechnet das System unter anderem Laufdistanzen, intensive Läufe, Sprints und die Abstände zwischen Spielern und Mannschaftsteilen.

Das Besondere dabei:
Statt Sensoren am Körper zu messen, entstehen alle Werte aus den Bildern selbst. Die Kamera wird damit zur Messgrundlage – vergleichbar mit GPS-Systemen, aber ohne deren organisatorischen Aufwand.

Heatmaps bei zone14 (Zoomed)

So lassen sich nicht nur Fitnesswerte auswerten, sondern auch taktische Fragen beantworten:

  • Stand die Abwehrkette konstant hoch oder ist sie im Spielverlauf abgekippt?
  • Wie kompakt war die Mannschaft zwischen den Linien?
  • Ab welcher Minute ging Intensität verloren – und bei welchen Spielern?

Entwickelt im echten Spielbetrieb

Bevor STATS jetzt offiziell veröffentlicht wurde, lief das System über mehrere Monate in einer intensiven Testphase. Vereine aus verschiedenen europäischen Ländern nutzten STATS im normalen Trainings- und Spielalltag – über unterschiedliche Spielklassen, Platzgrößen und Kamerapositionen hinweg.

Lukas Grömer, verantwortlich für die technologische Entwicklung bei zone14, erklärt:
Die Beta-Phase war unser Trainingslager. Wir haben STATS unter Realbedingungen getestet und das Feedback unserer ersten NutzerInnen direkt umgesetzt, um sicherzustellen, dass unsere Algorithmen auch in herausfordernden Umgebungen zuverlässig performen. Der offizielle Launch ist ein Meilenstein für unser Team und unser Versprechen an die TrainerInnen-Welt: Dieses Werkzeug ist nicht nur innovativ, sondern praxiserprobt, verlässlich und bereit, in jedem Spiel den entscheidenden Vorteil zu liefern.

Welche Auswertungen STATS liefert

  • Heatmaps, die zeigen, wo sich Spieler tatsächlich aufgehalten haben
  • Compactness-Werte, die Abstände zwischen Mannschaftsteilen messbar machen
  • High-Intensity Runs (HIRs) zur Bewertung der Spielintensität
  • Automatisierte Spieler-Reports, direkt aus der Videoanalyse erzeugt

    Alle Kennzahlen sind direkt mit dem Video verknüpft: Trainer können jede Zahl im Bild überprüfen und einordnen.

    Parallel zum STATS-Launch wurde auch die gesamte zone14-Plattform weiterentwickelt – mit einem schnelleren Video-Player, einfacherem Schneiden von Szenen und flexiblen Spielzeiten.

Marktstart mit Early-Adopter-Angebot

Zum offiziellen Start bietet zone14 ein zeitlich begrenztes Early-Adopter-Angebot an. Vereine erhalten Zugang zum vollständigen STATS-Paket ab 79 € pro Monat – ohne zusätzliche Hardware anschaffen oder verwalten zu müssen.

Weitere Informationen zu zone14 STATS

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Frauen im Fußball

Frauen im Fußball – The Talk 2025

Frauen im Fußball – The Talk 2025

Die zweite Ausgabe von „Frauen im Fußball: The Talk“ war ein voller Erfolg! 

In drei hochinteressanten Gesprächsrunden wurden zentrale Themen wie Chancengleichheit, mangelnde Medienpräsenz und die Zukunft von Frauen im Fußball beleuchtet.

Hochkarätige Gäste wie Katja Gürtler (Cheftrainerin SK Rapid Wien), Lisa Alzner (Cheftrainerin St. Pölten), Lisa Makas (74-fache ÖFB-Teamspielerin & Sportdirektorin FK Austria Wien), Michael Erlitz (Sportdirektor Sturm Graz) und Jürgen Tröscher (sportlicher Leiter LASK Linz) teilten ihre Gedanken und Perspektiven zu den aktuellen Entwicklungen zu Frauen im Sport.

Zusätzlich bereicherten Nikola Staritz (Projektleiterin fairplay-Initiative), Nina Potz (Ligamanagerin Frauen-Bundesliga), Sara Telek (Bundesliga- & UEFA-Schiedsrichterin) und Anna Ressmann (Frauenausschuss WFV) die Diskussionen mit wertvollen Einblicken aus verschiedenen Bereichen des Fußballs.

Durch den Abend führte souverän die Sky-Reporterin Nera Palinic.

Danke an alle Beteiligten und Gäste, die diesen Abend zu einem besonderen gemacht haben!

Tauche ein in die Highlights des Abends.

Danke!

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Frauen im Fußball

Interview mit Lisa Alzner: Mit 26 Cheftrainerin beim SKN St. Pölten Rush

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Interview mit Lisa Alzner: Mit 26 Cheftrainerin beim SKN St. Pölten Rush

Als Teil unserer Fokus: Frauen im Fußball-Kampagne spricht Lisa Alzner über ihre Leidenschaft für den Fußball, ihren ungewöhnlichen Karriereweg und ihren Alltag als Cheftrainerin des SKN St. Pölten Rush – und das mit gerade einmal 26 Jahren. Wie sieht ihr Tagesablauf aus? Welche Herausforderungen bringt der Job mit sich? Und was treibt sie an?

Hier kannst du das Video-Interview mit Lisa ansehen:

Sei dabei! Frauen im Fußball - The Talk:

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Erlebe spannende Podiumsdiskussionen mit Top-Gästen aus dem österreichischen Fußball! Am 3. März 2024 um 17:30 Uhr an der FH Technikum Wien rückt unser Event Frauen im Fußball: The Talk erneut die Rolle von Frauen im Fußball in den Fokus. Diskutiere mit, erhalte exklusive Einblicke und sichere dir jetzt dein kostenloses Ticket unter: zone14.ai/thetalk

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Zwei WM-Tore & ein Traumduell gegen Barça | Interview mit Valentina Mädl

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Zwei WM-Tore & ein Traumduell gegen Barça | Interview mit Valentina Mädl

Valentina Mädl, Stürmerin des SKN St. Pölten, glänzte bei der U20-Weltmeisterschaft mit zwei wichtigen Toren – darunter eines gegen den späteren Sieger Nordkorea. Im Rahmen unserer Fokus: Frauen im Fußball-Kampagne spricht sie über diese besonderen Momente, die Bedeutung für ihr Team und die Reaktionen aus der Heimat. Außerdem erzählt sie von ihrem Champions-League-Erlebnis gegen den FC Barcelona: Wie fühlt es sich an, gegen die wohl beste Frauenmannschaft der Welt zu spielen – und das vor fast 9.000 Zuschauerinnen in Wien?

Hier kannst du das Video-Interview mit Valentina ansehen:

Sei dabei! Frauen im Fußball - The Talk:

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Spiel um Geld: Die finanzielle Ungleichheit im Frauenfußball

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Spiel um Geld: Die finanzielle Ungleichheit im Frauenfußball

In den letzten Jahren hat der Frauenfußball verdientermaßen stark an Popularität und Bekanntheit gewonnen, die Zuschauerzahlen haben Rekorde aufgestellt und die Spiele erhalten endlich die weltweite Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Hinter diesem Erfolg verbirgt sich jedoch eine harte Realität: Die finanzielle Ungleichheit zwischen Männer- und Frauenfußball hält an und lässt Zweifel am Wachstumspotenzial und der finanziellen Nachhaltigkeit des Sports aufkommen. In diesem Artikel gehen wir auf einige der aktuellen Herausforderungen ein, mit denen der Frauenfußball in Österreich, England und weltweit konfrontiert ist, und beleuchten einige der Ursachen für die derzeitigen finanziellen Ungleichheiten.

Die globale Situation

Die globale Landschaft des Frauenfußballs ist derzeit von großen Fortschritten, aber auch von anhaltenden Herausforderungen geprägt. Die Frauenfußball-WM 2023 in Australien und Neuseeland zog viele Zuschauer in ihren Bann und brachte beträchtliche Sponsoringeinnahmen. Nach dem Turnier verkündete FIFA-Präsident Gianni Infantino, dass die Frauen-WM zum ersten Mal die Gewinnzone erreicht hat und mit 570 Millionen US-Dollar die höchsten Einnahmen aller Zeiten erzielte.

Das ist zwar ein großer Fortschritt für den Frauenfußball, aber Schätzungen zufolge liegen die Einnahmen des Turniers deutlich unter denen des Männerfußballs, was die große Diskrepanz bei der finanziellen Unterstützung zwischen dem Männer- und dem Frauenfußball deutlich macht. Die Weltmeisterschaft der Männer 2022 in Katar brachte enorme 6,3 Millionen US-Dollar ein.

Die finanzielle Situation im englischen Frauenfußball

In England ist der Frauenfußball dem weltweiten Trend gefolgt und hat in den letzten Jahren ein bemerkenswertes Wachstum mit steigenden Zuschauerzahlen, Medienberichten und kommerziellen Partnerschaften erlebt.

Aber selbst in einer der größten und finanzstärksten Fußballnationen der Welt haben die Vereine immer noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Bezeichnenderweise scheinen sich die finanziellen Probleme in England nicht nur auf die Vereine an der Basis zu beschränken, sondern auch auf die Spitzenvereine. Eine aktuelle Studie von Forschern der Universität Portsmouth zeigt einen beunruhigenden Trend auf: Während die Vereinseinnahmen in der Women’s Super League (der höchsten Spielklasse des Frauenfußballs in England) von 2011 bis 2019 um 590 % gestiegen sind, hat sich die Verschuldung der Vereine um beunruhigende 1.351 % erhöht. Diese alarmierende Zahl verdeutlicht erneut die prekäre finanzielle Lage der Frauenfußballvereine und gibt Anlass zur Sorge über die langfristige Nachhaltigkeit des Sports.

Frauenfußball in Österreich

"Für viele Fußballerinnen in der ÖFB Frauen Bundesliga stehen am Ende des Tages im Schnitt nicht mehr als 500 bis 600 Euro brutto im Monat zu Buche, bei den Männern sind es inklusive Prämien im Schnitt deutlich über 10.000 Euro."

Auch in Österreich steht der Frauenfußball vor großen Herausforderungen, wenn auch auf einem kleineren und weniger lukrativen Markt.

Im Rahmen unserer Kampagne: Fokus: Frauen im Fußball sprachen wir kürzlich mit Jasmine Sommer, einer starken Aktivistin im österreichischen Frauenfußball. Jasmine wies auf die großen Finanzierungsunterschiede zwischen Männer- und Frauenmannschaften hin und stellte fest, dass Frauenmannschaften oft nur minimale finanzielle Unterstützung erhalten. Österreich ist ein weiteres Beispiel dafür, wie schwer es ist, im Frauenfußball das gleiche Maß an Investitionen und Anerkennung zu erhalten wie im Männerfußball.

"Frauen sind erst später dazu gekommen, deswegen mussten sie sich sehr viele Dinge erkämpfen, die für Männer im Fußball völlig selbstverständlich waren."
Jasmine Sommer
Real Girls Play Soccer

Woher kommen diese finanziellen Schwierigkeiten?

Finanzielle Ungleichheiten im Frauenfußball sind nicht nur eine Folge wirtschaftlicher Ungleichheiten, sondern leider auch tief verwurzelt in historischen Ungerechtigkeiten und Barrieren. Durch das Verbot des englischen Fußballverbands für den Frauenprofifußball in England bis 1971 wurden dem Frauenfußball wichtige Ressourcen und Investitionen vorenthalten, die der Männerfußball weiterhin erhalten durfte, was bedeutet, dass der Frauenfußball immer aufholen musste und benachteiligt wurde. Das Gleiche gilt für Österreich, wo die Frauen-Nationalmannschaft erst 1990 gegründet wurde, nachdem die Interessenvertreter der Bundesliga auf mehr Mittel und Gleichberechtigung gedrängt hatten, nachdem sie zuvor vernachlässigt worden waren.

Neben den historischen Ungleichheiten haben auch die anhaltenden Vorurteile in Bezug auf die Qualität der Leistungen und das Potenzial der Spielerinnen die Bereitschaft von Sponsoren eingeschränkt, den Frauenfußball zu finanzieren, was natürlich den Spielraum für Entwicklung und Wachstum auf allen Ebenen einschränkt.

"Warum merken sie nicht, dass Frauenteams immer in die zweite Reihe gestellt werden? Männer werden immer priorisiert, auch wenn Frauenteams besser abschneiden. Das ist eine Frage des Geldes und des Sponsorings. Der Frauenfußball bleibt auf der Strecke. Solange sich die Prioritäten nicht ändern, wird der Frauenfußball ein Schattendasein führen."
Lara Krampf
Spielerin bei DSG Dynamo Donau

Ungleichheiten angehen

Alle Bemühungen, die Finanzierungslücke im Frauenfußball zu schließen, müssen darauf abzielen, die zugrunde liegenden Ungleichgewichte zu beseitigen, die zu Ungleichheit führen. Initiativen wie die Rekordpreisgelder der FIFA für die Frauen-WM und die verstärkten Investitionen in Breitenfußballprogramme sind positive Schritte in die richtige Richtung, aber es sind noch stärkere Maßnahmen erforderlich. Stakeholder können den Weg für eine lebensfähigere und integrativere Zukunft des Sports ebnen, indem sie überholte Vorstellungen in Frage stellen und sich für mehr Investitionen in den Frauenfussball einsetzen.

Erfolgsgeschichten und Wege in die Zukunft

Trotz der Herausforderungen gibt es viele großartige Erfolgsgeschichten, die Hoffnung für die Zukunft des Frauenfußballs machen. Vereine wie der FC Barcelona und Lyon haben bewiesen, dass sie durch strategische und ausreichende Investitionen in ihre Frauenmannschaften erfolgreich sein können.

Sie haben Zuschauerrekorde aufgestellt und das Profil des Frauenfußballs auf der Weltbühne durch großartige Leistungen gestärkt. Indem sie der Talentförderung und dem Marketing Vorrang einräumten, haben diese Vereine gezeigt, dass sich Investitionen in den Frauenfußball auszahlen können. Sowohl auf dem Spielfeld als auch abseits davon haben sie dank der anfänglichen Investitionen und des daraus resultierenden Erfolges eine deutliche Verbesserung ihrer finanziellen Position erfahren.

Fazit

Die Finanzierungsunterschiede im Frauenfußball scheinen das allgemeine Problem der Ungleichheit in der Sportbranche widerzuspiegeln. Es wurden zwar Fortschritte erzielt, aber es bleibt noch viel zu tun, um sicherzustellen, dass der Frauenfußball und der Sport insgesamt die Anerkennung und Unterstützung erhält, die er wirklich verdient. Die starken Leistungen der Spielerinnen und das gestiegene Interesse an der Sportart in den letzten Jahren sollten eine klare Botschaft an die Akteure des Fußballs senden: Der Frauenfußball wird bleiben und die Sportlerinnen verdienen finanzielle Unterstützung, damit sie ihre Träume und ihr Potenzial verwirklichen können.

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Frauen im Fußball

Interview mit Lainie Fuchs: Comeback nach Kreuzbandriss & Erfahrungen in den USA

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Interview mit Lainie Fuchs: Comeback nach Kreuzbandriss & Erfahrungen in den USA

Lainie Fuchs, Spielerin des First Vienna FC, hat bereits das österreichische Nationalteam auf U19-Ebene vertreten. In unserer zweiten Fokus: Frauen im Fußball Kampagne spricht sie über ihren Reha-Prozess nach einem Kreuzbandriss, ihre Zeit in den USA und die Unterschiede im Frauenfußball zwischen Österreich und den USA.

Hier kannst du das Video-Interview mit Lainie ansehen:

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Am 3. März 2024 um 17:30 Uhr geht unsere Event Frauen im Fußball: The Talk in die nächste Runde! Gemeinsam mit hochkarätigen Gästen aus dem österreichischen Fußball beleuchten wir die Rolle von Frauen in der Branche, diskutieren Herausforderungen und Chancen und werfen einen Blick in die Zukunft.

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Erfahrungen als Kapitänin Österreichs bei der U20-Frauen-WM | Interview mit Chiara D’Angelo

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Erfahrungen als Kapitänin Österreichs bei der U20-Frauen-WM | Interview mit Chiara D’Angelo

Die U20-Weltmeisterschaft in Kolumbien war für Chiara D’Angelo, Spielerin des SKN St. Pölten, ein unvergessliches Erlebnis – und eine große Verantwortung. Als Kapitänin des österreichischen U20-Teams stand sie nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits davon in einer besonderen Führungsrolle. In unserer zweiten Fokus: Frauen im Fußball-Kampagne spricht sie über die einzigartige Atmosphäre des Turniers, den Umgang mit Verantwortung und die Herausforderungen, die mit ihrer Rolle verbunden waren.

🎥 Hier kannst du das Video-Interview mit Chiara ansehen:

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Die Geschichte des Frauenfußballs

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Die Geschichte des Frauenfußballs

Die Geschichte des Frauenfußballs ist nicht nur eine Chronik sportlicher Ereignisse. Sie ist auch ein faszinierendes Spiegelbild gesellschaftlicher Veränderungen und des anhaltenden Kampfes um Gleichberechtigung. Die Reise führt von den Anfängen in England bis zu den jüngsten globalen Entwicklungen und zeigt eine spannende Zeitachse. Die Dynamik dieses Sports spiegelt nicht nur die Entwicklung des Frauenfußballs wider, sondern auch den Wandel gesellschaftlicher Normen und Werte.

Die Anfänge des Frauenfußballs

Das Vereinigte Königreich, die Wiege des Fußballs, spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Frauenfußballs im 19. In den Schulen Englands war es nicht ungewöhnlich, dass Mädchen den aufkommenden Sport ausübten. Am 23. März 1895 fand das erste dokumentierte Frauenfußballspiel zwischen England North und England South statt. Die skurrile Anekdote, dass die Spielerinnen damals keine typische Sportkleidung, sondern Hüte und Röcke trugen, verdeutlicht die kulturellen Normen jener Zeit.

Lange Schatten der Unterdrückung

Stattdessen fand die vielversprechende Entwicklung des Frauenfußballs in England 1921 ein jähes Ende. Frauen wurde der Zutritt zu den Stadien mit der fragwürdigen Begründung verwehrt, Fußball sei für Frauen „ungeeignet“ und dürfe daher nicht gefördert werden. Dieses einschneidende Verbot dauerte 49 Jahre, bis Frauen 1970 endlich wieder offiziell in den Stadien spielen durften. Diese dunkle Zeit war nicht nur ein Rückschlag für den Sport, sondern auch ein trauriges Kapitel in der Geschichte der Gleichberechtigung.

Die Probleme und Durchbrüche des Frauenfußballs in einem Bild

Kampf um Anerkennung

In Deutschland wurde 1930 der erste Frauenfußballverein gegründet, aber nach einem Jahr aufgrund heftiger Proteste wieder aufgelöst. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Frauen das Fußballspielen als ihrer Geschlechterrolle nicht angemessen erklärt. Der Deutsche Fußballbund verhängte 1955 ein offizielles Frauenfußballverbot, das erst 1970 wieder aufgehoben wurde. In Österreich gab es bereits 1936 eine Frauenfußballmeisterschaft, die jedoch nur von kurzer Dauer war. Die Gründung der Frauenliga des Österreichischen Fußballbundes 1972 und die offizielle Anerkennung des Frauenfußballs 1982 verdeutlichen den mühsamen Kampf um Akzeptanz und Gleichberechtigung.

Ode an den Widerstand

Der Widerstand der Frauen gegen Unterdrückung und Diskriminierung im Fußball ist eine inspirierende Geschichte. Trotz zahlreicher Rückschläge und Hindernisse haben die Pionierinnen des Frauenfußballs dazu beigetragen, dass der Sport heute in einem neuen Licht erscheint. Ihre Entschlossenheit hat nicht nur Tore auf dem Spielfeld geschossen, sondern auch Türen für zukünftige Generationen von Fußballerinnen geöffnet.

Ein Meilenstein für die Gleichstellung

Ein revolutionärer Moment ereignete sich 2019, als die US-amerikanische Frauenfußballmannschaft den Weltmeistertitel gewann. Als Reaktion auf Diskriminierung reichte das Team eine bahnbrechende Sammelklage gegen den US-Fußballverband ein, um die Prämien zu erhalten, die sie erhalten hätten, wenn sie nach den Regeln der Männer bezahlt worden wären. Dieser Widerstand hallte durch die Sportwelt und schuf einen unumstrittenen Präzedenzfall für die Forderung nach Gleichbehandlung.

Der juristische Weg zur Gleichstellung

Die Klage der US-Fußballerinnen gegen den Verband war nicht nur ein sportliches Ereignis, sondern auch ein juristischer Meilenstein. Der Kampf um gleiche Bezahlung und gleiche Bedingungen führte zu einer intensiven Debatte über Geschlechtergerechtigkeit im Sport. Auch wenn die Klage im Mai 2020 vor Gericht scheiterte, ist sie richtungsweisend für zukünftige Diskussionen und Veränderungen.

"Frauen sind erst später dazu gekommen, deswegen mussten sie sich sehr viele Dinge erkämpfen, die für Männer im Fußball völlig selbstverständlich waren."
Jasmine Sommer
Real Girls Play Soccer

Ein Blick auf bestehende Barrieren

Die Diskussion um Gleichberechtigung im Frauenfußball umfasst verschiedene Bereiche. Neben der finanziellen Gleichstellung geht es auch um gleiche Trainingsmöglichkeiten, den Zugang zu qualitativ hochwertigen Spielfeldern und eine angemessene Unterstützung durch Sponsoren und Medien. Die bestehenden Barrieren werden zunehmend erkannt und erfordern ein gemeinsames Engagement von Sportorganisationen, Medien und Gesellschaft.

Vielversprechende Perspektiven

Die Geschichte des Frauenfußballs ist nicht nur eine Reise durch Höhen und Tiefen, sondern auch ein Spiegelbild gesellschaftlicher Entwicklungen. Die aktuellen Erfolge und die wachsende Anerkennung lassen jedoch auf eine vielversprechende Zukunft schließen. Auch wenn der Weg zur Gleichberechtigung noch nicht vollständig geebnet ist, zeigen die positiven Entwicklungen, dass die Perspektiven für den Frauenfußball immer vielversprechender werden. Die anhaltenden Bemühungen und der stetige Kampf um Gleichberechtigung geben wichtige Impulse für die Weiterentwicklung dieses faszinierenden Sports.

Empowerment durch Frauenfußball

Die zunehmende Sichtbarkeit von Frauen im Fußball hinterlässt nicht nur ein Vermächtnis, sondern prägt auch die Zukunft des Sports. Junge Mädchen sehen in den Spielerinnen Vorbilder, die ihnen zeigen, dass ihren Träumen keine Grenzen gesetzt sind. Die wachsende Beteiligung von Frauen auf allen Ebenen der Gesellschaft verspricht eine Zukunft, in der Frauen im Sport selbstverständlich anerkannt und gefeiert werden.

Weltweiter Siegeszug

Der Frauenfußball hat in den letzten Jahren weltweit einen erstaunlichen Aufschwung erlebt. Internationale Turniere erfreuen sich wachsender Beliebtheit und die steigende Qualität des Spiels spiegelt sich in wachsenden Zuschauerzahlen wider. Die Spielerinnen werden zunehmend zu Vorbildern, inspirieren junge Mädchen und festigen ihre Rolle als wichtige Akteure im Sportgeschehen.

Ein Schritt in Richtung Normalität

Der wachsende Erfolg des Frauenfußballs auf internationaler Ebene trägt dazu bei, dass der Sport aus seinem Schattendasein heraustritt und als eigenständige Disziplin anerkannt wird. Das Interesse von Sponsoren, Medien und Fans wächst, Frauenfußballspiele werden zu Großereignissen. Dieser weltweite Siegeszug ist nicht nur eine Belohnung für die Spielerinnen, sondern auch ein Zeichen für den gesellschaftlichen Wandel.

Über den Sport hinaus

Frauenfußball wirkt weit über das Spielfeld hinaus als Katalysator für sozialen Wandel. Er trägt dazu bei, Geschlechterstereotype aufzubrechen und eine Plattform für Diskussionen über Gleichberechtigung zu schaffen. Von der Einführung fairer Prämien bis hin zur verstärkten Medienpräsenz – der Frauenfußball fordert bestehende Normen aktiv heraus und ebnet den Weg für eine inklusivere Sportlandschaft.

Frauenfußball als soziales Statement

Die Präsenz von Frauen im Fußball dient als Symbol für den Wandel der Geschlechterrollen in der Gesellschaft. Der Sport ermöglicht es Frauen, ihre Stimme zu erheben und gegen Vorurteile anzukämpfen. Die aktive Teilnahme von Frauen am Fußballgeschehen ist nicht nur ein sportlicher Akt, sondern auch ein gesellschaftliches Statement für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung.

"Warum merken sie nicht, dass Frauenteams immer in die zweite Reihe gestellt werden? Männer werden immer priorisiert, auch wenn Frauenteams besser abschneiden. Das ist eine Frage des Geldes und des Sponsorings. Der Frauenfußball bleibt auf der Strecke. Solange sich die Prioritäten nicht ändern, wird der Frauenfußball ein Schattendasein führen."
Lara Krampf
Spielerin bei DSG Dynamo Donau

Fazit

Ein Blick auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Frauenfußballs zeigt, dass dieser Sport nicht nur ein Spiel ist, sondern auch ein mächtiges Instrument für Veränderung und Gleichberechtigung. Mit jeder Generation von Spielerinnen und Fans wächst der Widerstand und die Entschlossenheit, den Frauenfußball als integralen Bestandteil der globalen Sportkultur zu etablieren. Die Reise ist noch nicht zu Ende, aber der Weg weist in eine Richtung der Veränderung, die weit über das Spielfeld hinausgeht.

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Frauen im Fußball

Fußball und Vorbilder – Warum es an Trainerinnen mangelt

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Fußball und Vorbilder – Warum es an Trainerinnen mangelt

Gedankenexperiment

Wenn man an Fußball denkt, kommen einem oft die ganz Großen des Sports in den Sinn: Die ältere Generation vielleicht an Diego Maradona, Herbert Prohaska oder Hans Krankl, die Jüngeren an Lionel Messi, David Alaba oder Cristiano Ronaldo. Selten fallen einem Namen wie Megan Rapinoe, Alex Morgan oder Alexandra Popp ein. Dass Fußball immer noch so männlich konnotiert ist, hat zum einen mit seiner Geschichte zu tun, zum anderen aber auch mit der mangelnden Sichtbarkeit von Frauen im Fußball. Dabei wären weibliche Vorbilder im Fußball sehr wichtig, um Identifikationsmöglichkeiten für junge Spielerinnen und zukünftige Trainerinnen zu schaffen.

Die Trainer der Größen

Irene Fuhrmann war knapp viereinhalb Jahre Teamchefin von Österreich. Die Trainerin kann selbst auf eine langjährige Erfahrung als Spielerin zurückblicken, bevor sie ihre Trainerkarriere startete. Als erste Frau in Österreich erwarb sie die UEFA-Pro-Lizenz, die sie zur Arbeit im Spitzensport berechtigt. Blickt man über die Grenzen unseres Landes hinaus, ist die Nationaltrainerin nicht immer eine Frau. Bei 20 der 32 Mannschaften, die an der Weltmeisterschaft 2023 teilgenommen haben, wurden die Teams von männlichen Trainern betreut. Die aktuellen Europameisterinnen (England) und Weltmeisterinnen (Spanien) werden von Frauen trainiert. Macht es einen Unterschied, ob Frauen oder Männer trainieren?

Fußballerinnen die sich aufwärmen

Eine unterschiedliche Sichtweise

Männerfußball ist schnell, technisch anspruchsvoll und attraktiv. Frauenfußball dagegen… Nun, genau das Gegenteil. So lautet zumindest die Erzählung. Eine Studie aus Zürich hat jedoch ergeben, dass es keinen qualitativen Unterschied gibt, wie Männer und Frauen Fußball spielen. Der große Unterschied existiert lediglich in der Präsentation der Spieler*innen: Einzelne Spielunterbrechungen nach Fouls oder Auswechslungen dauern im Männerfußball deutlich länger als im Frauenfußball. Dementsprechend ist die aktive Spielzeit im Frauenfußball höher als im Männerfußball. Das spiegelt sich auch in den Einstellungen der Trainer*innen wider. Wer Fußball auf die eine oder andere Weise kennen gelernt hat und bestimmte Einstellungen oder Spielmentalitäten verinnerlicht hat, wird diese auch im Training weitergeben.

Vielfalt im Fußball

Die Vielfalt im Fußball ist ein wertvolles Element, das den Sport bereichert. Es ist wichtig, die unterschiedlichen Perspektiven, Hintergründe und Fähigkeiten der Spielerinnen und Spieler wertzuschätzen. Frauen aus verschiedenen ethnischen Gruppen, Nationalitäten und sozialen Schichten sollten nicht nur als Spielerinnen, sondern auch als Trainerinnen und Führungspersönlichkeiten im Fußball sichtbarer werden. Die Förderung der Diversität schafft nicht nur eine inklusivere Fußballgemeinschaft, sondern zeigt auch, dass der Sport für alle zugänglich und repräsentativ ist.

Frauen auf dem Sportplatz, die sich freuen

Empowerment von Mädchen im Fußball

Das Empowerment von Mädchen im Fußball spielt eine entscheidende Rolle für die Zukunft des Sports. Programme und Initiativen, die Mädchen ermutigen, sich im Fußball zu engagieren, sind von großer Bedeutung. Mädchen sollten die gleichen Chancen haben, sich in Vereinen und Mannschaften zu entwickeln und dabei von starken weiblichen Vorbildern, seien es Trainerinnen oder Spielerinnen, unterstützt werden. Die Förderung von Mädchen im Fußball geht über das Spielfeld hinaus und trägt dazu bei, Selbstvertrauen, Teamgeist und Führungsqualitäten zu stärken.

Faiplay am Sportplatz

Wie wird man Trainer*in

Um als Trainer*in im österreichischen Nachwuchsfußball bestens ausgebildet zu sein, besucht man einen Trainerkurs beim jeweiligen Landesverband. Diese Kurse werden in der Regel mehrmals im Jahr angeboten – bei genügend Anmeldungen gibt es in manchen Landesverbänden auch Kurse nur für Frauen. Im Burgenland gibt es zusätzlich eine finanzielle Förderung für alle Teilnehmerinnen. In der Ausbildung erfährt man unter anderem mehr darüber, wie man sich als Trainer*in verhalten sollte, über die Grundzüge des Fußballs, pädagogische Werte und vieles mehr. Das alles wappnet für die Tätigkeit bei einem Verein – nach der Theorie folgt die Praxis: In einem Fußballverein muss man eine bestimmte Anzahl an Praxisstunden absolvieren. Danach kann man als Trainer*in durchstarten und die Jüngsten bis zur U13 trainieren. Für höhere Altersklassen werden weitere Trainerkurse angeboten.

Perspektiven

Wie bereits erwähnt, sind weibliche Vorbilder essentiell, um die männliche Vormachtstellung im Fußball aufzuheben. Der Sport an sich in all seiner Schönheit und mit all seinen Potenzialen sollte im Vordergrund stehen und nicht das typisch ‚Männliche‘ oder ‚Weibliche‘. Um dies aufzubrechen, brauchen wir weibliche Vorbilder. Wir brauchen Frauen als Trainerinnen, die sich in die Männerdomäne Fußball wagen und sich zutrauen, Kinder zu trainieren und ihnen wichtige Werte des Fußballs, vor allem aber die Liebe zum Sport zu vermitteln. Dazu gehört auch, dass es ganz normal ist, dass Frauen und Männer Fußball spielen, dass alle zusammenhalten müssen und dass man nur gemeinsam ein Spiel gewinnen kann. Das sind wichtige Werte im Fußball, aber auch in unserer Gesellschaft, die die Trainer*innen vor allem im Nachwuchsbereich unbedingt transportieren müssen, damit die Kinder schon früh lernen, worum es – nicht nur – im Fußball gehen sollte. Mehr Gedanken von der Autorin, gibt es außerdem in einem Interview zum Thema: Frauen im Fußball.

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Fußball Kamera

Wie die zone14 TWO entwickelt wurde

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Wie die zone14 TWO entwickelt wurde

zone14, mit Sitz in Wien, hat mit der Einführung seiner neuesten Kamera, der zone14 Two, einen weiteren Schritt nach vorne in der Fußballtechnologie gemacht. Diese neue Version wird die Art und Weise, wie Vereine ihre Spiele aufzeichnen, livestreamen und analysieren, verändern. 

Wir sprachen mit einem der Gründer, Tobias Gahleitner, dessen Expertise in der Hard- und Softwareentwicklung für verteilte Systeme sowie in der Erstellung von patientenzentrierten Unterstützungssystemen liegt, um mehr über die Entwicklung dieser neuen Kamera und den Prozess dahinter zu erfahren.

Inspiration für die zone14 Two

Die Idee hinter der zone14 Two war einfach: eine Kamera zu entwickeln, die einfacher zu bedienen ist und noch bessere Ergebnisse liefert. Wie Gahleitner sagte, lag der Schwerpunkt darauf, es „einfacher, besser und mit Ton“ zu machen. Das bedeutete, ein System zu entwickeln, das einfacher zu montieren und zu handhaben ist, und gleichzeitig die Videoqualität durch eine höhere Auflösung und bessere Objektive zu verbessern. Außerdem wurde ein Mikrofon integriert, was das System zu einer vollständigen Lösung für das Live-Streaming machte. Während des gesamten Prozesses blieb das Team seinem Ziel treu, das perfekte Gleichgewicht zwischen Qualität und Erschwinglichkeit zu finden, um sicherzustellen, dass die Clubs den besten Wert für ihre Investition erhalten.

Livestreaming-Herausforderungen meistern

Die zone14 Two wurde mit einem Hauptziel vor Augen entwickelt: die Verbesserung des Livestreaming, aber ohne dabei die Analysequalität hinten anzustellen. Gahleitner erklärte, dass die Kamera durch die Verbesserung von Bild und Ton den Vereinen mehr als nur die Aufzeichnung von Spielen ermöglicht. Jetzt können sie auch während der Halbzeit oder aus der Ferne detaillierte Analysen durchführen, und das alles mit schärferem und klarerem Bildmaterial.

Die Reise vom Konzept zur Realität

Die Entwicklung der zone14 Two war ein schrittweiser Prozess, der sich auf praktische Verbesserungen konzentrierte. Alles begann damit, dass man den Clubs zuhörte, die bereits ihre erste Kamera verwendeten. „Wir sind immer in engem Kontakt mit unseren Entwicklungsclubs“, sagte Gahleitner, was zone14 half zu verstehen, was geändert werden musste.

Wie kam das Ganze zustande?

  1. Die Auswahl der richtigen Komponenten: Sie begannen mit der Auswahl von Kameras, die eine bessere Ton- und Bildqualität liefern sollten.
  2. Entwicklung eines flexiblen Montagesystems: Das Team entwickelte ein Montagesystem, das an verschiedenen höher gelegenen Orten wie Masten und Balken angebracht werden kann.
  3. All-in-One-Gehäuse: Sie entwickelten ein maßgeschneidertes Gehäuse, um die Kamera vor rauen Witterungsbedingungen und Wind zu schützen.
  4. Prototyping und Tests: Nachdem sie alles in CAD-Software entworfen hatten, bauten sie Prototypen und verfeinerten sie durch interne Tests.

Was ist neu?

Das neue Modell bietet mehrere Verbesserungen gegenüber der Vorgängerversion:

Besserer Sensor: Ein größerer Sensor sorgt für eine bessere Leistung der Kamera bei schlechten Lichtverhältnissen.

Robusteres Design: Ein neues Gehäusedesign erleichtert die Montage und macht sie widerstandsfähiger gegen Wind und Einschlägen.

Näher am Geschehen: Das aktualisierte Design ermöglicht es, die Kamera näher am Spielfeld zu positionieren und so die Livestream-Winkel zu verbessern.

Diese Änderungen spiegeln das kontinuierliche Engagement von zone14 wider, hochwertige Technologie zu liefern, die sich Vereine auch tatsächlich leisten können.

Überwindung von Entwicklungshemmnissen

Eine der größten Herausforderungen bestand darin, die Kamera kompakt zu halten und dennoch Feineinstellungen zu ermöglichen. Das Team musste das Design in mehreren Runden überarbeiten, um es richtig hinzubekommen, immer mit dem Ziel, die Dinge einfach und effizient zu halten.

Club-Feedback und kontinuierliche Verbesserung

Das Feedback der Clubs war ein entscheidender Bestandteil des Ansatzes von zone14. Die gewonnenen Erkenntnisse halfen bei der Entwicklung der neuen Kamera, insbesondere bei der Verbesserung der Montage, der Beleuchtung und der Tonqualität.

Was die zone14 Two auszeichnet

Die zone14 Two zeichnet sich durch ihre Benutzerfreundlichkeit aus – einmal installiert, ist sie mit minimalem Wartungsaufwand einsatzbereit. Die Clubs müssen sich keine Gedanken über das Aufladen, Einstellen der Kamera, das Bewegen der Kamera oder das ständige Abziehen des Steckers machen. Sie ist immer da und bereit, jeden Moment einzufangen. Mit der verbesserten zone14 Box kann das System jetzt auch Spieler-Tracking und taktische Analysen direkt auf dem Gerät durchführen, was die Auswertung der Aufnahmen schneller und einfacher macht.

Geprüft und genehmigt

Mehrere Vereine haben die neue Kamera bereits getestet, und die Rückmeldungen waren sehr positiv. Sie haben festgestellt, dass sie sich schnell einrichten lässt und dass sich die Videoqualität selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen merklich verbessert hat.

Fazit

Die zone14 Two wurde entwickelt, um Klubs dabei zu helfen, das Beste aus ihren Spielaufzeichnungen herauszuholen – mit besserem Video, besserem Ton und höherer Benutzerfreundlichkeit. Durch die Berücksichtigung von Feedback und die Konzentration auf praktische Verbesserungen treibt zone14 den Prozess in der Fußballtechnologie weiter voran und hilft Teams, ihre Leistungsanalyse weiter zu verbessern. 

Starte deine Videoanalyse.

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zone14 COACH ist die Lösung

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Livestreaming

Ein umfassender Leitfaden für die Erstellung von Amateur-Fußball-Highlight-Videos

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Ein umfassender Leitfaden für die Erstellung von Amateur-Fußball-Highlight-Videos

In der heutigen Welt der sozialen Medien sind Fußball-Highlight-Videos zu einem wichtigen Bestandteil des Sports geworden. Für semiprofessionelle, Amateur- und Breitenfußballmannschaften geht es bei der Online-Veröffentlichung von Highlights nicht nur darum, Talente zu präsentieren, sondern auch darum, ein Image aufzubauen, mit den Fans in Kontakt zu treten, Sponsoren zu gewinnen und die Moral des Vereins zu stärken, indem sie mit ihrer kleinen, eng verbundenen Gemeinschaft interagieren. Social-Media-Plattformen leben von visuellen Inhalten, und nichts fesselt Fußballfans mehr als mit der Kamera eingefangene Spielmomente.

Ob ein Tor in letzter Minute, eine aufregende Rettungstat oder eine unglaubliche Trickaufnahme – Highlights fangen die Spannung und Leidenschaft ein, die Fußballfans lieben. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, wie wichtig die Erstellung von Highlight-Videos für den Fußball ist, welche Tools und Ressourcen für die Produktion benötigt werden und wie zone14 den Prozess für Ihren Verein vereinfachen kann.

Warum Highlight-Videos für den Breitenfußball so wichtig sind

Eine realistische Szene, die den Prozess der Erstellung eines Fußball-Highlight-Videos zeigt.

Für Breitenfußballvereine ist die Möglichkeit, Highlights in sozialen Medien zu teilen, ein wichtiges Mittel, um ihre Sichtbarkeit und ihren Einfluss zu erhöhen. Im Folgenden finden Sie einige Gründe, warum Highlight-Videos für semiprofessionelle und Amateur-Fußballvereine so wichtig sind:

Engagement der Fans

In einer Zeit, in der die meisten Menschen Inhalte online konsumieren, müssen Fußballvereine jeder Größe ihre Fans dort erreichen, wo sie sich aufhalten: in den sozialen Medien. Plattformen wie Instagram, TikTok, YouTube und Facebook leben von Video-Inhalten. Durch das Posten von Spielhighlights bieten Sie Ihren Fans etwas Spannendes zum Teilen und Kommentieren und binden sie so an sich und Ihr Team.

Präsentation der Spieler

Für Spieler, die in ihrer Fußballkarriere vorankommen wollen, ist ein Portfolio von Spielhighlights unerlässlich. Das Scouting im Amateur- und Halbprofibereich hat sich weiterentwickelt, und Scouts und Agenten nutzen häufig Online-Plattformen, um Talente zu entdecken. Wenn Sie gut produzierte Highlights mit anderen teilen, erhöhen Sie die Chancen, dass Ihre Spieler von Talentsuchern oder anderen Fußballvereinen entdeckt werden.

Sponsoren gewinnen

Im Amateurfußball sind Vereine immer auf der Suche nach Möglichkeiten, ihre Einnahmen zu steigern. Die Erstellung und Verbreitung von Highlight-Videos bietet eine hervorragende Möglichkeit, Sponsoren zu gewinnen. Egal, ob es sich um lokale Unternehmen oder größere Marken handelt, mit gut produzierten und ansprechenden Inhalten kann Ihr Verein potenziellen Sponsoren mehr bieten. Sponsoren möchten, dass ihr Name mit spannenden Momenten in Verbindung gebracht wird, die sie mit anderen teilen können, und Highlight-Videos sind der perfekte Weg, um dies zu erreichen.

Marketing und Wachstum

Je mehr Zuschauer Ihre Inhalte sehen, desto besser für Ihren Verein. Die Algorithmen der sozialen Medien bevorzugen ansprechende, visuelle Inhalte und nichts ist besser als ein gut geschnittenes Highlight-Video. So können Sie die Anzahl Ihrer Follower erhöhen, die Marke Ihres Vereins stärken und eine Community rund um Ihre Fußballmannschaft aufbauen, was letztendlich zu höheren Einnahmen für Ihren Verein führt.

Was Sie für die Erstellung von Fußball-Highlight-Videos benötigen

Nachdem wir uns nun über die Bedeutung von Highlight-Videos im Klaren sind, wollen wir uns nun den Werkzeugen und Schritten zuwenden, die für die Produktion von Highlight-Videos erforderlich sind. Die Produktion von qualitativ hochwertigen Highlight-Videos muss nicht teuer oder kompliziert sein, erfordert aber ein gewisses Maß an Planung und die richtige Ausrüstung.

Aufzeichnung des Spiels

Der wichtigste Schritt bei der Erstellung eines Highlight-Videos ist natürlich die Aufzeichnung des Spiels. Dazu benötigen Sie eine gute Kamera und in den meisten Fällen auch jemanden, der die Aufnahme macht.

Kameraqualität: Eine hochauflösende (HD) Kamera ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass die Aufnahmen klar und professionell sind. Viele Vereine verwenden Actionkameras wie die GoPro oder professionelle Camcorder für Weitwinkelaufnahmen vom Spielfeld.

Kameramann: Ebenso wichtig ist es, jemanden zu bestimmen, der das Spiel filmt. Dies kann ein Freiwilliger, ein Elternteil oder sogar ein Mitarbeiter sein. Es ist wichtig, dass der Kameramann die Grundlagen der Bildgestaltung und der Verfolgung des Spielgeschehens versteht.

AI-Kamerasystem: Als alternative Lösung werden AI-gesteuerte Kamerasysteme wie die zone14 TWO immer beliebter und effektiver bei der Aufzeichnung von Spielen. Sie sparen Zeit und Einrichtungsaufwand, da niemand mehr 90 Minuten lang manuell aufzeichnen muss, und bieten einen professionellen Weitwinkelblick auf das Spielfeld zu einem geringeren Preis.

Audio hinzufügen

Das Hinzufügen von Kommentaren oder Zuschauergeräuschen kann das Zuschauererlebnis erheblich verbessern. Obwohl Audio nicht unbedingt erforderlich ist, kann es Ihren Videos eine zusätzliche Ebene der Spannung verleihen und sie interessanter machen. Sie können den Ton entweder live mit einer Kamera und einem Mikrofon aufnehmen oder Musik oder Kommentare während des Bearbeitungsprozesses hinzufügen.

Bearbeitung des Filmmaterials

Nachdem das Spiel aufgenommen wurde, muss das Material bearbeitet werden. Mit dem Schnitt können Sie das Material kürzen, unnötige Teile herausschneiden und sich auf die spannendsten Momente konzentrieren.

Software zur Bearbeitung und Größenanpassung: Beliebte Videobearbeitungsprogramme sind Adobe Premiere Pro, Adobe Express und Veed.io. Mit diesen Programmen können Sie Clips schneiden, Effekte hinzufügen und das fertige Video exportieren. Da Social-Media-Plattformen oft bestimmte Videoabmessungen erfordern (z. B. vertikale Videos im Stil einer Filmrolle), ist es wichtig, eine Software zu verwenden, mit der Sie die Größe der Clips einfach ändern können.

Heben Sie Schlüsselmomente hervor: Konzentrieren Sie sich auf die spannendsten Momente des Spiels: Tore, Zweikämpfe, Paraden und geschickte Spielzüge. Wenn Sie die Höhepunkte kurz halten (weniger als eine Minute für Instagram oder TikTok), können Sie Ihre Videos leichter teilen. Mit fußballspezifischen Apps wie zone14 REPLAY können Sie diesen Prozess vereinfachen, indem Sie Schlüsselmomente markieren oder sogar KI-Funktionen nutzen, die Spielereignisse wie Tore automatisch erkennen.

Soziale Medien teilen

Jede Social Media Plattform hat ihre eigenen Best Practices für das Teilen von Videos:

Instagram und TikTok: Beide Plattformen konzentrieren sich auf kurze, vertikale Videoinhalte. Instagram Reels und TikTok-Videos eignen sich perfekt für Fußball-Highlights. Achten Sie darauf, dass Ihre Videos für ein mobiles Publikum optimiert sind, mit schnellen Schnitten und aufmerksamkeitsstarken Momenten gleich zu Beginn.

YouTube und Facebook: Diese Plattformen ermöglichen längere Inhalte, die nicht auf Clips in vertikaler Größe beschränkt sind, was nützlich sein kann, wenn Sie längere Highlights oder komplette Spielzusammenfassungen veröffentlichen möchten.

Integration von Sponsoren: Vergessen Sie nicht, Sponsorenlogos einzubinden oder Sponsoren in Ihren Highlights zu erwähnen. Eine kurze Erwähnung oder ein Branding-Overlay ist ein subtiler, aber effektiver Weg, um sicherzustellen, dass Ihre Sponsoren die gewünschte Aufmerksamkeit erhalten.

Highlights leicht gemacht mit zone14

Wir von zone14 wissen, wie wichtig es ist, qualitativ hochwertige Fußball-Highlights zu produzieren, insbesondere für Amateur- und semiprofessionelle Teams. Unsere All-in-One-Lösung vereinfacht den Prozess der Aufnahme, Bearbeitung und Weitergabe von Spielhighlights sowie die Video- und Leistungsanalyse für Trainer.

Mit unserem KI-gesteuerten Kamerasystem benötigen Sie keinen Kameramann mehr, um das Spielgeschehen zu verfolgen. Unsere Technologie verfolgt Spieler und Ball automatisch und sorgt dafür, dass alle wichtigen Momente festgehalten werden. Darüber hinaus ermöglicht unsere Plattform Echtzeit-Analysen, so dass Trainer ihre Leistung sofort analysieren und Marketing-Teams spannende Highlight-Reels während des Spiels erstellen können.

zone14 REPLAY ist so benutzerfreundlich gestaltet, dass jeder, unabhängig von seinen technischen Kenntnissen, mit wenigen Klicks Highlights in professioneller Qualität erstellen kann. Aufregende Momente können einfach auf einer Zeitleiste mit einem anpassbaren Tagging Board markiert werden. Von dort aus lassen sich die Clips direkt in eine spezielle Playlist einfügen, wo sie mit wenigen Klicks geschnitten, zusammengestellt und heruntergeladen werden können.

Fazit

Spielvideos sind ein Muss für moderne Fußballvereine, vor allem im Breiten- und semiprofessionellen Bereich. Ob es darum geht, Fans zu begeistern, Sponsoren zu gewinnen oder Spielern zu helfen, ihre Karriere voranzutreiben – das Erstellen und Teilen von Spielhighlights im Internet ist eine der effektivsten Methoden, um die Online-Präsenz Ihres Vereins zu stärken.

Mit der richtigen Ausrüstung und Software sowie der Konzentration auf Schlüsselmomente kann Ihr Verein ansprechende und spannende Highlight-Reels zu einem erschwinglichen Preis produzieren. Lösungen wie zone14 machen den Prozess noch einfacher, da sie ein Komplettpaket für die Aufnahme, Bearbeitung und Verbreitung von Inhalten bieten.

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Frauen im Fußball

Oliver Jakob über die Entwicklung des Frauenfußballs

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Oliver Jakob über die Entwicklung des Frauenfußballs

Im Rahmen unseres Fokus: Frauen im Fußball haben wir kürzlich Oliver Jakob interviewt, der derzeit beim Frauen-Bundesligisten SCR Altach arbeitet.

Einführung

zone14: Vielleicht können Sie sich zunächst kurz vorstellen und sagen, wie Sie zum Fußball gekommen sind.

Oliver Jakob: Ich bin Oliver Jakob und bin 23 Jahre alt. Ich habe vor etwa vier Jahren angefangen, in Altach zu arbeiten. Damals hatte ich noch keine wirkliche Verbindung zum Frauenfußball, abgesehen von ein paar Spielerinnen, die ich kannte und die mit mir in die Schule gingen. 

Im Winter 2020 hat sich dann das Projekt aufgetan, dass das Frauenteam des FFC Vorderland in Altach integriert wird und in der Bundesliga spielt.

Seit ein paar Monaten bin ich nun hauptberuflich in Altach tätig und konzentriere mich hier auf das Frauenteam.

Alltägliche Funktion

zone14: Wie sieht ein typischer Tag in deinem Leben aus?

Ich glaube nicht, dass es einen typischen Tag gibt. Der Tag beginnt in der Regel um halb neun morgens und geht bis acht oder neun Uhr abends, wenn Training ist. Man hat viele Gespräche mit Trainern und Spielern, aber auch mit vielen Funktionären, Spielerbetreuern usw. Trotzdem ist mein Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich und ich sehe mich eher in der Rolle des ersten Ansprechpartners und Vermittlers für viele verschiedene Themen. Einen Standard-Arbeitstag gibt es nicht, weil vieles spontan passiert, aber es ist trotzdem sehr abwechslungsreich und sehr spannend.

Wie hat sich der Frauenfußball verändert

zone14: Wie hat sich Ihrer Meinung nach der Frauenfußball im Allgemeinen in den letzten Jahren verändert?

Ich kenne die Entwicklung des Frauenfußballs durch Eileen Campbell, mit der ich in meiner Jugend auch gespielt habe. In den Anfängen war es ziemlich amateurhaft, wenn ich das so sagen darf. Als sie für den FFC Vorderland gespielt hat, konnte man nicht sofort erkennen, dass es sich um die höchste Frauenliga in Österreich handelt.

Ich kann nur sagen, dass sich in den letzten 3 Jahren viel getan hat. Auch der Einstieg eines neuen Ligasponsors hat dem Ganzen mehr Schwung gegeben.

Gerade wir in Altach haben uns vorgenommen, zu zeigen, wie es gehen soll. Mit Top-Trainingsbedingungen, einer hervorragenden Infrastruktur und Kommunikation können wir punkten und eine attraktive Atmosphäre für jeden Spieler schaffen. Dazu kommt, dass alle Spiele im Stadion ausgetragen werden. Diese Dinge sind wichtig und haben einen extremen Mehrwert. Das erkennen natürlich auch die ausländischen Spieler, und wir haben derzeit 6 oder 7 Spieler, die schon in Deutschland gespielt haben.

Wenn wir sehen, dass jetzt auch große Namen wie Rapid und Salzburg in die Akademieligen kommen, dann pusht man sich gegenseitig und schafft eine Entwicklung in der Region.

Aus dem Hype um die EURO 2017 hätte man sicherlich mehr machen können. Meiner Meinung nach hat der Verband etwas verschlafen, weil ihm vielleicht die Mittel fehlten.

Im Allgemeinen waren die letzten 3 Jahre gut und in Ordnung, aber ich denke, dass es im Frauenbereich sicher noch weitere Entwicklungen geben wird.

Ressourcen und Struktur bei SCR Altach

zone14: Was machen Sie im Alltag anders als Rapid, das erst dieses Jahr gestartet ist? Nutzen Sie die gleiche Infrastruktur wie die Männer oder teilen Sie sich diese auf? Und wie sieht es mit den finanziellen Mitteln und der Verteilung der Ressourcen aus?

Was machen Sie im Alltag anders als Rapid, das erst dieses Jahr gestartet ist? Nutzen Sie die gleiche Infrastruktur wie die Männer oder teilen Sie sich diese auf? Und wie sieht es mit den finanziellen Mitteln und der Verteilung der Ressourcen aus?

Was die Infrastruktur betrifft, so haben wir einen professionellen Campus, wo die Männer jeder Mannschaft untergebracht sind. Dort befinden sich auch die Krafträume, Physioräume usw.

Aber auch die Frauen, die erste Mannschaft, haben ihre eigenen Kabinen. Die zusätzlichen Räume, wie der Videoanalyseraum, der Kraftraum und der Physioraum, werden von den Profimannschaften der Männer und Frauen und natürlich auch von den zweiten Mannschaften gemeinsam genutzt. 

Die Ressourcen sind überall gleich verteilt. Wir sorgen dafür, dass die Trainingsbedingungen stimmen. Die Spiele werden im Stadion ausgetragen, das heißt, man muss nicht mehr befürchten, dass das Spiel bei schlechtem Wetter abgesagt wird, das gibt mehr Planungssicherheit.

Aber es ist natürlich sehr wichtig, dass die Spiele nicht übereinander geschnitten werden oder sonst etwas. Aber es funktioniert eigentlich ganz gut. Und ja, so ist es vor drei Jahren entstanden.

Natürlich ist das am Anfang ein extremer Schritt. Dann wird auch viel darüber gesprochen, ja, was müssen die Frauen jetzt machen, warum sind sie da und so weiter? Aber das braucht auch ein bisschen Zeit.

Und ich würde sagen, dass das erste Heimspiel der Frauen bei uns einen sehr, sehr großen Einfluss auf den gesamten Verein hatte. Viele Leute sagten: Wow, das ist wirklich cool, die spielen guten Fußball, es macht Spaß, ihnen zuzusehen. Und so hat sich die ganze Sache entwickelt.

Um noch einmal auf das Thema Sponsoring und Finanzen zurückzukommen: Das Frauenteam ist eigentlich komplett selbsttragend. Es gibt einen kleinen Betrag, der von der Unterstützung der Männer beigesteuert wird, aber der Rest wird komplett von Sponsoren finanziert, mit unserem eigenen Hauptsponsor und mit vielen unserer eigenen Trikotsponsoren. Unsere beiden Vertriebsmitarbeiter unterstützen uns sehr und pushen die ganze Sache jedes Jahr.

Wir haben es geschafft, in diesem Sommer die LED-Sponsorentafeln für alle Frauenspiele aufzustellen und sie an rund 20 verschiedene Partner zu verkaufen. Das zeigt, dass der Frauenfußball in Vorarlberg sehr attraktiv ist, dass die Unternehmen bereit sind, Geld zu investieren, aber auch, dass die Rahmenbedingungen sehr gut sind, um das Ganze voranzutreiben.

Erfolg bei SCR Altach

zone14: Und der Erfolg kommt mit dieser Unterstützung?

Ja, das kommt ganz nebenbei.

Da spielen natürlich mehrere Faktoren eine Rolle. Es wird oft gesagt, wenn die Männer nicht so erfolgreich sind, dann soll der Sportdirektor die Position wechseln, dann kann er es viel besser machen. Aber um ehrlich zu sein, ist es für Frauen einfach viel einfacher.

Ich will Ihnen sagen, dass wir vor zwei Jahren Charlotte Voll von Paris Saint-Germain zu uns geholt haben. Bei den Männern ist es undenkbar, dass eine solche Spielerin zu uns kommt. Aber sie kann Spielzeit bekommen, sie will spielen, und zweitens, die ganze Situation mit der Infrastruktur.

Wir hatten im ersten Jahr unsere Anlaufschwierigkeiten, wir waren auf dem sechsten Platz, wir standen unter großem Druck, weil viele Leute hohe Erwartungen an die Spielerinnen hatten, die gerade erst anfingen, und viele Leute sagten, sie seien Profispielerinnen und müssten jetzt auf einem hohen Niveau spielen. Am Ende hat es mit dem Trainer nicht geklappt und wir mussten im Winter den Trainer wechseln. Aber seitdem haben sich die Dinge eigentlich stetig entwickelt.

Letztes Jahr sind wir punktgleich mit dem SK Sturm Graz auf dem dritten Platz gelandet, das war schon bemerkenswert, aber am Ende haben wir nichts erreicht. Unser Ziel war es eigentlich, nicht auf die europäischen Plätze zu rutschen. Letztendlich muss man sagen, dass es ein Teil unserer Entwicklung ist, denn wir haben Fortschritte gemacht, wir haben gegen den SK Sturm gewonnen, das Cupfinale erreicht und viel Erfahrung gesammelt.

Wie wir schon gesagt haben, gibt es viele Schritte in schneller Folge, die oft zu schnell sind und man überspringt Dinge. Jetzt ist die Stabilisierungsphase, wo das Ganze zusammenläuft, wo man sich um Dinge abseits des Spielfeldes kümmert, wie die administrative Seite, das Trainerteam, und einfach mehr Zeit investiert, um alles rundum zu professionalisieren. Das wird sich am Ende auch positiv auf die Mannschaft auswirken.

Der nächste Schritt kam schon im Sommer mit den ersten Spielerverkäufen, wo sich gezeigt hat, dass man mit Spielerverkäufen tatsächlich Geld verdienen kann. Es gibt Vereine, die Ablösesummen zahlen, Charlotte Voll wurde im Sommer nach Leverkusen verkauft und im Januar wurde Eileen Campbell nach Freiburg verkauft. Das zeigt auch, dass Frauenfußball auch Geld einbringen kann, wenn man einfach auf die richtigen Leute setzt.

Wir haben es auch geschafft, im Sommer zwei zusätzliche Profis zu verpflichten, so dass wir von 8 auf 10 Profispielerinnen gestiegen sind. Es werden immer mehr werden, aber man wird nie sagen können, dass man von 0 Profis auf 20 kommt, weil es für jeden Verein extrem schwierig ist, wenn man solche Schritte machen muss. Es geht auch darum, dass es viele verdiente Spieler in der Mannschaft gibt, die vielleicht sagen, ich kann das nicht, ich kann den Profistatus nicht annehmen, weil zum Beispiel mein Job außerhalb des Fußballs zu wichtig ist.

Es geht auch darum, einen Übergang zu finden, der einfach gut funktioniert. Ich glaube auch, dass, wenn man eine Zeit lang Energie hineinsteckt, dann werden die ersten Erfolge wahrscheinlich nicht monetär und finanziell sein, aber wenn es sich eingependelt hat und erfolgreich ist, dann glaube ich auch, dass man gute Einnahmen erzielen kann, auch im Frauenfußball, nicht nur im Männerfußball. Wenn ich mir das so anschaue, dann hat man in England eine Spielerin für 500.000 und so weiter verkauft.

Das passiert jetzt allmählich, es geht ein bisschen voran, aber letztendlich muss ich auch sagen, wenn man in diesem Jahr Transfererlöse macht, die einfach 10 % unserer gesamten budgetierten Ausgaben ausmachen, dann ist das ein schöner Betrag, wo ich sage, ja, den nehme ich gerne. Wenn ich es schaffe, jedes Jahr 10% der Ausgaben einfach durch Transfererlöse zu decken, ist das sehr, sehr schön, aber letztlich ist es auch das Ziel, dass wir sagen, wir müssen jedes Jahr unsere Spieler verkaufen, weil wir letztlich auch erfolgreich sein wollen, wir wollen international so gut wie möglich abschneiden und dann ist das unser Ziel. Aber es ist einfach extrem bemerkenswert zu sehen, wie ich das Ganze kontinuierlich verbessern kann und wie es dann weitergeht.

Niemand sagt, dass Erfolg keinen Spaß macht, aber ich stecke viel Arbeit hinein und viele schwierige Gespräche, wo es einfach richtig ist, sie zu führen, aber ja, es ist eine große Aufgabe, aber es war nicht einfach in den letzten drei Jahren. Aber jetzt können wir alle, die daran beteiligt waren, stolz darauf sein, dass wir jetzt in der Position sind, in der wir sind.

Unterschiede zwischen Männer- und Frauenfußball

zone14: Was meinen Sie mit Unterschieden, d.h. dass die Manager das anders sehen? Ist es die Vereinsführung oder sind es die Trainer, die eine andere Herangehensweise haben, denn Sie können sich vorstellen, dass ein Trainer, der jetzt eine Frauenmannschaft trainiert, sich ein bisschen anders verhalten muss als bei einer reinen Männergruppe.

Das ist etwas völlig anderes.

Es sind zwei verschiedene Sportarten. Letztendlich wird auf dem Spielfeld das Gleiche gelehrt, aber das Umfeld ist völlig anders. Ich sage, die Frauen sind sehr, sehr dankbar.

Das fängt schon bei zwei Kleinigkeiten an: Wenn man ihnen morgens Bananen in die Umkleidekabine legt, die von der Schule übrig geblieben sind, bekommt man fünf Dankesbriefe, „wie nett von dir“, usw. Bei den Männern hingegen sind diese Dinge ganz normal. 

Aber auch bei den größeren Dingen, wie, ich weiß nicht, ein paar Genesungsstrümpfe, die wir gekauft haben, oder ein kaltes Schwimmbad, sind sie einfach so dankbar, weil sie das vielleicht in den letzten Jahren nicht so erlebt haben, weil sie vieles selbst kaufen mussten, sie mussten dafür sorgen, dass alles gut läuft.  Aber am Ende fängt es ganz oben an. Wenn man Leute hat, die für uns den Ton angeben und sagen, wir wollen das und es ist wichtig, dass wir die gleichen Möglichkeiten haben, dann funktioniert es gut.

Aber um noch einmal auf den Trainer zurückzukommen: Es gibt zwei unterschiedliche Aufgaben für Männer und Frauen. Bei den Frauen muss ich extrem einfühlsam sein. Ich glaube nicht, dass es funktionieren würde, wenn man nach einem Spiel in die Umkleidekabine ginge und die Mannschaft ausquetschen würde, denn am nächsten Tag würden acht Spielerinnen sagen, was ich getan habe und bla, bla, bla. Sie nehmen das oft sehr persönlich, aber so ist es nun mal, und das muss man akzeptieren. 

Als Mann sieht man vielleicht den motivierenden Faktor und denkt, wow, jetzt hat er mich gedrängt, er hat mich verärgert, ich will sicher nicht, dass er sich für mich schämt oder sonst etwas. Aber Frauen interpretieren da ganz andere Dinge hinein. Man muss die Dinge einfach ganz anders angehen. Nicht negativ oder so, sondern einfach das Ganze ein bisschen anders rüberbringen. Ich will damit sagen, dass es nicht funktioniert, wenn man in die Umkleidekabine geht oder die Mannschaft auf dem Spielfeld vor dem Trainer zusammenbringt. Man kann nicht immer laut sein und das ist natürlich anstrengend, aber man muss objektiv sein.

Weitere Entwicklung des Frauenfußballs

zone14: Wir machen die Kampagne so, dass die Sichtbarkeit der Medienpräsenz den Frauen und Mädchen ein wenig zugutekommt und sie sozusagen eine Bühne bekommen, um sich zu präsentieren. Was denken Sie, Sie haben vorhin erwähnt, dass in den nächsten Jahren etwas passieren wird?

Was sollte Ihrer Meinung nach getan werden, um insbesondere den Frauenfußball weiter voranzubringen? 

Ich denke, das Wichtigste wäre, sich extrem um den Nachwuchs zu bemühen. Einfach, dass es viel mehr Mädchen in der nächsten Generation gibt, denn letztendlich wird die Spitze durch die Breite definiert. Je mehr Breite es gibt, desto mehr Spitzenspielerinnen gibt es.

Je besser die Spitzensportler sind, desto besser. Ich glaube einfach, dass es extrem wichtig sein wird, mehr Nachwuchsteams zu haben. Wir haben jetzt selbst eine U14-Mannschaft ins Leben gerufen. Im Sommer kommt noch eine U16-Mannschaft hinzu, was auch sehr wichtig ist. Ich sage, 100 geht wahrscheinlich noch, dass die gemischten Mannschaften spielen, aber früher oder später wird wieder der Punkt kommen, dass man eine U12 oder eine U10 startet. Ich sage, dass der Handball ein bisschen ein Vorbild ist, was das Verhalten angeht, weil sie eigentlich mit einer reinen Mädchenmannschaft ab der U10 anfangen.

Es gibt U10er, U12er, U14er, U16er und U18er. Und irgendwann muss das Ziel sein, dass die großen Vereine das alles abdecken und dass die kleineren Vereine versuchen, das irgendwie zu bündeln. Vielleicht mit gemeinsamen Mannschaften, oder zusammen mit Vereinen in der Nachbarschaft oder so. 

Das Ziel ist, dass einfach mehr Mädchen in den Sport kommen. Das ist sicherlich ein wichtiger Punkt, denn die Qualität der Spielerinnen wird einfach steigen, aber es gibt auch automatisch mehr Ligen, mehr Vereine, die spielen und mehr Interesse von anderen. Das macht das Produkt noch interessanter.

Und der andere Punkt ist einfach, dass es sicherlich noch viel zu tun gibt, was die Professionalisierung der Liga angeht. Es sind jetzt wichtige Schritte gemacht worden, die ein guter Anfang sind, aber es muss noch viel, viel mehr passieren. Und wenn das passiert, dann kommen wir an den Punkt, wo wir sagen, okay, die erste Liga wird noch professioneller, die zweite Liga wird noch professioneller und so weiter.

Wie kann man mehr Mädchen zum Fußballspielen bringen?

zone14: Aber ich sehe, dass es viele Mädchen im Dorf gibt, die aber keinen Fußball spielen. Wie kann man das ein bisschen sichtbarer machen, um die Mädchen für den Sport oder den Fußball zu begeistern?

Ja, das fängt in der Schule an. Als Verein muss man wahrscheinlich in die Schule gehen, andere Aktivitäten starten, vielleicht ein Schulturnier für Mädchen organisieren, an dem jede Klasse im Dorf teilnehmen muss, damit die Mädchen das Fußballspielen lernen, vielleicht vorher ein oder zwei Trainingseinheiten in der Schule machen. Man spielt das Turnier, und dann kann man schon sehen, welche Mädchen interessiert sind. Auch als Verein muss man wahrscheinlich ein bisschen präsent sein und kann viele Anrufe entgegennehmen.

Das bringt uns zurück zum Handball. In der Grundschule wird jedes Jahr ein Handballturnier veranstaltet, bei dem alle Mädchen und Jungen in getrennten Mannschaften spielen.

Sie bekommen alle eine Tüte mit einem Apfel, einem Getränk und einem großen Flyer, auf dem alle Informationen stehen, wo man hingehen kann, wo das Training ist, denn die Kinder kommen immer nach Hause und sagen: „Mama, wir haben heute Handball oder Fußball gespielt, das war so cool, das hat so viel Spaß gemacht!“

Der wichtigste Punkt ist sicherlich, dass man in den Schulen extrem präsent sein muss, weil man die Kinder so gut ansprechen kann, aber auch viel Werbung macht, viel Präsenz in den Medien, mit Kampagnen und so weiter und dann kann man wirklich viel erreichen.

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Frauen im Fußball

Zum Verständnis von Kreuzbandverletzungen im Frauenfußball

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Zum Verständnis von Kreuzbandverletzungen im Frauenfußball

Das absolute Minimum war die Vergangenheit, wir fordern mehr

Helena Bates
von Helena Bates
Spieler bei Wiener Sport-Club

Frauenfußballstars und ihre Kämpfe mit Kreuzbandverletzungen

Sam Kerr, Leah Williamson, Beth Mead, Vivianne Miedema und unsere eigene Laura Wienroither. Diese talentierten, starken Frauen sind in den jüngsten Schlagzeilen, weil sie in den höchsten Wettbewerben Höchstleistungen erbringen, Vorbilder für so viele junge Frauen auf der ganzen Welt sind, für die Anerkennung des Frauenfußballs kämpfen und eine der schwersten Verletzungen im Fußball erlitten haben – einen Kreuzbandriss. Die zahlreichen Verletzungsmeldungen haben zu neuen Bedenken und zur Wiederbelebung alter Mythen geführt.

Die Anatomie von Kreuzbandverletzungen und die Herausforderungen bei der Genesung

Die englische Abkürzung ACL steht für das Anterior Cruciate Ligament (vorderes Kreuzband) und befindet sich in unseren Knien. Das Band ist kurz, dick und kräftig und mit dem Oberschenkelknochen und dem Schienbein verbunden. Wenn es reißt oder zerreißt, kann das schreckliche Schmerzen verursachen und eine verheerende Verletzung für alle Beteiligten sein.

Die Genesung von einer VKB-Verletzung dauert etwa 9 bis 12 Monate und umfasst eine Operation, mehrwöchiges Gehen mit Krücken, das Erlernen eines stabilen und bequemen Laufens, monatelange Physiotherapie und zahlreiche Arztbesuche. Wie die Arsenal-Spieler Mead und Miedema in ihrem jüngsten Dokumentarfilm mit dem Titel „Step by Step“ schildern, ist dieser Prozess sowohl für die geistige als auch für die körperliche Gesundheit sehr anstrengend. Dennoch muss man als Zuschauer verstehen, dass diese beiden Spielerinnen im Vergleich zu den meisten Fußballerinnen Zugang zu einigen der besten Einrichtungen und Ressourcen haben.

Der beunruhigende Trend von Kreuzbandverletzungen im Frauenfußball

Ein Hochleistungssportler zu sein bedeutet auch, dass man dem Risiko ausgesetzt ist, sich zu verletzen. Leider gehört dies zum Beruf, und die meisten Sportler erleben diese Höhen und Tiefen. Doch eine Kreuzbandverletzung kann die Karriere verändern oder zumindest massiv beeinträchtigen, vor allem, wenn man keine gute körperliche und mentale Unterstützung hat. Nach Angaben von Sky Sports ist in den letzten 18 Monaten ein massiver Anstieg der Zahl der ACL-Verletzungen bei rund 195 Spitzenspielerinnen im Frauenfußball zu verzeichnen. Doch warum tritt dies gerade im Frauenfußball auf? 

Vorurteile und Durchbrüche im Frauenfußball bei Verletzungen

Jüngste Untersuchungen zeigen, dass weibliche Fußballspielerinnen vier- bis sechsmal häufiger einen Kreuzbandriss erleiden als Männer. Die Frage, warum Frauen anfälliger für diese Verletzungen sind, wird derzeit vor allem in England immer wieder gestellt. Viele sind der Meinung, dass diese Entwicklung beweist, dass Frauen nicht Fußball spielen sollten, zumindest nicht professionell, da sie darauf hinweisen, dass der weibliche Körper nicht mit der Körperlichkeit des Sports umgehen kann. Dieses Argument ist eine Wiederholung des Sexismus, den wir während des 50-jährigen Verbots des Frauenfußballs in England von 1921 bis 1971 erlebt haben, als der englische Fußballverband den Sport als ungeeignet für Frauen bezeichnete. Viele andere Fußballverbände folgten diesem Beispiel und verboten den Frauenfußball in ihren Ländern. Viele Wissenschaftler und Forscher widerlegen diese Theorie jedoch und präsentieren recht beunruhigende Ideen, warum es zu dieser Epidemie gekommen ist.

Die Rolle der Ausrüstung für das Risiko von Kreuzbandverletzungen

Fußballschuhe sind eine der wichtigsten und grundlegenden Voraussetzungen für das Fußballspielen, egal auf welchem Niveau. Die Entscheidung, welche Schuhe man kaufen soll, ist für manche ein sehr langwieriger Prozess, vor allem bei der großen Auswahl an Stilen, Marken und ständig neuen Modellen. Stellen Sie sich vor, Sie gehen in ein Sportgeschäft und finden keinen einzigen Schuh, der Ihnen passt oder der Ihre Größe hat, und Sie müssen einen aus der begrenzten Kinderabteilung wählen. Viele Fußballspielerinnen kaufen ihre Schuhe in der Kinderabteilung oder in der Männerabteilung – eine Frauenabteilung gibt es nicht. Studien haben ergeben, dass das Fehlen von auf Frauen zugeschnittenen Schuhen ein Grund dafür sein könnte, dass sich Frauen häufiger verletzen. Doch es tut sich etwas. IDA Sports hat vor einigen Jahren eine Initiative zur Herstellung von Fußballschuhen für Frauen ergriffen. Dennoch sind sie immer noch das einzige Unternehmen weltweit, das ausschließlich Frauenfußballschuhe herstellt. 

Die Auswirkungen der wachsenden Popularität auf das ACL-Risiko im Frauenfußball

Viele haben in letzter Zeit das wachsende Interesse am Frauenfußball gelobt, da die Zuschauerzahlen steigen, die Wettbewerbe in größeren Stadien ausgetragen werden und mehr Spiele stattfinden. Doch die Intensität des Spielplans, die vielen Reisen und der Mangel an Erholung gefährden die Frauen auch. Der leitende Arzt der FIFPro fand Beweise für einen Zusammenhang zwischen Spitzenspielern, die eine große Anzahl von Spielen bestritten haben, weniger Ruhepausen hatten und viel unterwegs waren und folglich an Kreuzbandverletzungen litten. 

Wie Vivianne Miedema in ihrem Dokumentarfilm aufzeigt, sind diese Spitzensportlerinnen nicht daran gewöhnt und nicht darauf vorbereitet, während ihrer gesamten Laufbahn eine solche Arbeitsbelastung auf sich zu nehmen, im Gegensatz zu den männlichen Athleten, die schon in jungen Jahren eine Spitzenausstattung erhielten. So wurden in der Vergangenheit (und werden auch heute noch) viele Spielerinnen erst recht spät mit dem Kraft- und Konditionstraining vertraut gemacht. Außerdem haben viele Frauen bereits im Alter von 16 Jahren mit dem Erwachsenenfußball begonnen, was sie ebenfalls einem höheren Risiko aussetzt, und viele tun dies noch immer. Vor zehn Jahren war der Frauenfußball noch nicht da, wo er heute ist, und selbst die leistungsstärksten Athletinnen trainierten und wurden nicht so vorbereitet, wie es heute bei einigen Mädchen der Fall ist. 

Trotz der jüngsten positiven Entwicklungen in Bezug auf den Zugang zu qualitativ hochwertigen Spielfeldern, Einrichtungen, Trainern und anderen Ressourcen sind die Veränderungen in Bezug auf den Zugang immer noch sehr ungleichmäßig zwischen den Ländern und auch auf nationaler Ebene. So ist beispielsweise der Unterschied zwischen Profi- und Semiprofifußball bei den Spielfeldern in den meisten Ländern sehr groß. Obwohl es sich um semiprofessionellen Fußball handelt, werden die Spiele auf Rasenplätzen mit massiven Löchern, unebenem Boden oder fragwürdigem kleinem, hartem Kunstrasen ausgetragen, was die Spielerinnen und Spieler gefährdet.

Geschlechtsspezifische Herausforderungen bei Training und Erholung

Darüber hinaus werden die leistungsstärksten Spielerinnen wie „kleine Männer“ behandelt, und viele Bereiche des weiblichen Körpers sind immer noch zu wenig erforscht oder „unentdeckt“, wie etwa der Menstruationszyklus. Weiblichen Fußballspielern werden Kraft- und Konditionierungsprogramme verordnet, die auch für kleine Männer gelten würden. Die Unterschiede in der körperlichen Struktur und den Bedürfnissen werden völlig ignoriert, und Tabuthemen wie der Menstruationszyklus werden nicht berücksichtigt, wenn es darum geht, wie eine Spielerin wieder in Form gebracht werden kann. Studien haben gezeigt, dass diese Verweigerung der Anerkennung ein weiterer grundlegender Faktor ist, der die Karrieren von Frauen zerstört. Auch hier gilt, dass nur in einigen der höchsten Ligen die medizinischen Teams die Trainingspläne der Spielerinnen an ihren Zyklus anpassen. 

Wie in „Step by Step“ erklärt, wird der Menstruationszyklus jedoch als ein Faktor, nicht als Ursache erkannt. Katrine Kryger, Expertin für weibliche Biomechanik und Sportausrüstung, hält es für wichtig, dies zu verstehen, damit die Gesellschaft dies nicht zu einem Argument gegen den Frauenfußball macht. Wäre die Verletzung auf den Menstruationszyklus zurückzuführen, würden Männer nicht auch unter Kreuzbandverletzungen leiden. Dennoch ist es wichtig, die Auswirkungen des Menstruationszyklus zu verstehen, um den Spielerinnen zu helfen, ihr Bestes zu geben und sie vor Verletzungen zu verschiedenen Zeitpunkten ihres Zyklus zu schützen. Dies ist ein Teil der verschiedenen Faktoren, die zu dieser Epidemie beitragen. Der Frauenfussball muss darauf achten, dass Themen, die das Leben und die Ziele von Frauen bestimmen, nicht das Erlernen des Schutzes ihres Körpers beeinträchtigen, während sie das tun, was sie lieben. 

Persönliche Perspektiven zur Erfahrung und Behandlung von Kreuzbandverletzungen in Österreich

Obwohl die Zahl der Fälle in England hoch ist, ist die Rate der Kreuzbandverletzungen auch in anderen Ländern hoch. Ich spiele seit etwa 13 Jahren Fußball und habe mehrere Fälle von Kreuzbandverletzungen im Mädchen- und Frauenfußball gesehen. In den 10 Jahren, in denen ich in Wien gespielt habe, habe ich mehrere Mädchen und Frauen erlebt, die diesen anstrengenden Genesungsprozess meist alleine durchlaufen haben. Da sich der Mädchen- und Frauenfußball noch in der Entwicklung befindet und nicht alle Vereine den gleichen Zugang und die gleichen Ressourcen haben, müssen viele auf externe Hilfe wie Ärzte und Physiotherapeuten zurückgreifen, um wieder auf das Spielfeld zurückzukehren. Dies erfordert nicht nur Zeit und Mühe und kann zu einem Gefühl der Ausgrenzung führen, sondern nicht jedes Mädchen oder jede Frau kann sich diese zusätzliche Unterstützung auch finanziell leisten.

Ich spreche aus eigener Erfahrung: Die Rückkehr nach zwei Operationen ist extrem schwierig und kostet viel Energie. Ich hatte das Glück, dass ich von meiner Familie und meinen Freunden unterstützt wurde und eine sehr gute medizinische Versorgung erhielt. Doch obwohl ich in der Reservemannschaft eines Erstligisten spielte, musste ich mich außerhalb des Vereins medizinisch versorgen lassen. In den letzten Jahren hat sich der Fußball in Österreich stark entwickelt, aber es gibt noch so viel Gesprächs- und Handlungsbedarf. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Unterstützung gleichmäßig auf die Ligen verteilt wird und dass ein Mädchen oder eine Frau auf jedem Niveau die Unterstützung erhält, die sie braucht, insbesondere wenn sie eine Kreuzbandverletzung hat.

Der Weg nach vorn: Anerkennung und Berücksichtigung der Bedürfnisse von Frauen

Medizin und Sportwissenschaft haben sich bisher meist auf den männlichen Körper als Prototyp konzentriert, und erst seit kurzem wird der weibliche Körper gesondert analysiert. Spieler und Betreuer müssen mehr über den weiblichen Körper erfahren und wissen, wie sie ihn optimal erhalten können. Wir sind anders als Männer, und das ist nichts Schlechtes. Es muss zur Normalität werden, dass wir mit unserem medizinischen Personal, unserem Physiotherapeuten oder unserem Trainer über unseren Menstruationszyklus und dessen Auswirkungen auf uns sprechen. Die Menschen müssen Frauen genauso behandeln wie Männer, aber das bedeutet auch, dass sie verstehen müssen, was eine Fußballspielerin braucht. In der Vergangenheit waren wir nicht in der Lage, offen über das zu sprechen, was wir so gerne tun, also haben wir uns mit dem Nötigsten begnügt: mit den Schuhen, die wir bekommen konnten, mit dem Spielfeld, auf dem wir spielen konnten, und mit dem Training oder der Unterstützung, die wir bekommen konnten. Aber das war die Vergangenheit, jetzt verlangen wir mehr. 

Schlussfolgerung: Mehr für den Frauenfußball fordern

Österreich hat jetzt die Chance, Teil einer Bewegung zur Gleichstellung von Männern und Frauen zu werden, indem es anerkennt, dass Frauenfußball getrennt vom Männerfußball betrachtet werden muss. Die Vereine müssen beginnen, ihre Spielerinnen zu verstehen und mit ihnen über die sie betreffenden Themen zu sprechen und Trainingseinheiten zu entwickeln, die für sie wertvoll sind. Mit einem so starken Nationalteam und so vielen jungen, aufstrebenden Spielerinnen hat Österreich das Potenzial, als eines der besten Länder im Frauenfußball zu gelten, wenn wir uns dieser Bewegung anschließen, die jetzt in England in Gang gekommen ist. Lernen Sie, Ihre Spielerinnen zu verstehen, behandeln Sie sie mit Respekt und geben Sie ihnen die Chance, mit den richtigen Mitteln ihr volles Potenzial zu erreichen. Geben Sie der nächsten Generation die beste Chance, eine erfolgreiche und gesunde Karriere zu machen.

FAQ

Unter einer VKB-Verletzung versteht man den Riss oder die Ruptur des vorderen Kreuzbandes, eines wichtigen Bandes im Knie, was zu starken Schmerzen und einem langwierigen Genesungsprozess führt.

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass biomechanische und physiologische Faktoren bei Frauen häufiger zu Kreuzbandverletzungen führen als bei Männern.

Die Genesung von einer VKB-Verletzung dauert in der Regel etwa 9 bis 12 Monate, einschließlich Operation, Rehabilitation und schrittweiser Wiederaufnahme des Spiels.

Die Anpassung der Ausrüstung (z. B. Fußballschuhe), ausreichende Ruhe- und Erholungszeiten, frauenspezifisches Training und medizinische Betreuung können dazu beitragen, das Risiko von VKB-Verletzungen zu verringern.

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Frauen im Fußball

Frauen im Fußball: Interview mit Anna Ressmann

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Frauen im Fußball: Interview mit Anna Ressmann

Im Rahmen unseres Fokus: Frauen im Fußball sprachen wir kürzlich mit Anna Ressmann, die derzeit neben ihrer Tätigkeit als Frauenfußballverantwortliche beim FC Mariahilf Frauen im Vorstand des Frauenausschusses des Wiener Fußballverbandes sitzt.

Kannst du dich kurz vorstellen und wie bist du zum Fußball gekommen?

Mein Name ist Anna Ressmann. Ich bin eigentlich durch meinen Taufpaten Rudolf Czech zum Fußball gekommen. Er war damals bei St. Rochus, einem Fußballverein, der in der DSG spielte und auch eine Ligamannschaft (Nachwuchsteam) hatte. Meine Schwester und ich haben dort ein paar Mal mit den Jungs gespielt. Dann hatte Rochus irgendwann eine Frauenmannschaft. Da waren wir etwa 17 Jahre alt. Dann haben wir dort zwei oder drei Spielzeiten gespielt und dann bin ich zu Mariahilf gewechselt. Das war 2006 und 2008 bin ich dann in den Vorstand eingetreten. Seit 2011 bin ich die Frauenfußballverantwortliche bei Mariahilf. 2017 bin ich auch dem Frauenkomitee Frauenausschuss des WFV beigetreten. Und im Moment bin ich dort für die Landesliga zuständig, also stellvertretende Obfrau im Frauenausschuss des WFV der Landesliga und verantwortlich für die Mädchenligen.

Wie viele rein weibliche Teams gibt es in Wien?

Grundsätzlich haben wir drei große Großfeld-Ligen in Wien. Leider hat die Landesliga, die stärkste der drei, in diesem Jahr nur acht Teams. Die erste Klasse hat elf Teams und die zweite Klasse hat sechs Teams. Insgesamt gibt es etwa 25 Großfeldteams. Und dann haben wir auch die Kleinfeldteams. Das sind weitere acht plus ein paar in der DSG Liga.

Wie hat sich das in den letzten Jahren entwickelt?

Es gab wenig Entwicklung, oder eher fast Rückschritte in den Frauenligen. Tatsache ist, dass wir ständig Teams verlieren, und dadurch die Anzahl der Teams stagniert bzw. viel zu langsam steigt. Manchmal werden es weniger, manchmal mehr. Positiv ist, dass wir in Wien zumindest nun wieder 3 Ligen haben, vor kurzem waren es nur 2. Aus der Newcomer League hoffen wir, dass sich mehr Großfeldteams entwickeln und somit die Teamanzahl steigt. Aber im November habe ich zumindest die neuesten Daten zum Mädchen- und Frauenfußball erhalten. Und die Anzahl der Neuanmeldungen steigt. Natürlich gab es einen deutlichen Einbruch in Coronazeiten. Danach sieht man aber wieder einen Anstieg. Dafür gibt es jetzt auch Mädchenligen, zumindest im Frühling gibt es 30 Mädchenmannschaften, die auch in den Mädchenligen spielen. Diese Teams gab es vor anderthalb Jahren noch nicht einmal und die sind die Basis für mehr Frauenteams. Es hat also bereits eine Entwicklung gegeben. Denn ich glaube, obwohl der allgemeine Trend ist, dass die Vereine Mitglieder im Fußball verlieren, steigt die Anzahl der Spielerinnen in Wien. Wir machen aber immer noch einen sehr kleinen Teil aus. Prozentual sind es 7% der Fußballer*innen Mädchen und Frauen.

Wie hat sich der Frauenfußball in den letzten Jahren verändert?

Ich denke, es hat sich im Allgemeinen verbessert. Mehr Vereine bieten jetzt Mädchen- und Frauenfußball an. Also hat sich schon etwas getan. Was die Zuschauerzahlen betrifft, denke ich nicht, dass sich viel verändert hat. Ich weiß nicht, wie wir im Vergleich zur
Männer-Landesliga stehen, aber weit darunter und auch in Bezug auf Geld. In der Herren Landesliga bekommen die Spieler schon ordentlich Gage, in der Frauen Landesliga zahlen die Spieler*innen Mitgliedsbeitrag. In finanzieller Hinsicht sind wir natürlich weit darunter. Strukturelle Probleme sind immer noch eine große Schwierigkeit. Das ist das, was wir jetzt angehen wollen. Wenn man sich die Platzverteilung ansieht, haben so viele Vereine keinen Platz für Mädchen- und Frauenfußball. Sie haben zehn Nachwuchsteams, also zehn Jungen-Teams und zwei Männer-Kampfmannschaften. Aber genau für das Mädchen- oder Frauen-Team gibt es dann keinen Platz? Und das ist genau etwas, wo wir diese Probleme aufzeigen wollen. Wo wir zusammen hinweisen wollen und das transparent machen wollen, um dann gemeinsam Förderungen zu erarbeiten, um die Vereine zu belohnen, die den Platz auch anbieten. Viele Vereine nehmen da leider immer noch lieber einen Untermieter, weil da direkt Geld reinkommt oder es interessiert sie einfach zu wenig.

Wie wichtig ist die richtige Jugendarbeit, um bei mehr Mädchen die Leidenschaft für Fußball zu wecken?

Ja, das ist wichtig und etwas, das sich in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. Mädchen spielten früher in gemischten Programmen mit den Jungs. Später gab es einige Vereine, die ein reines Mädchentraining anboten. Aber es war schwierig für sie, die Mädchen bei Laune zu halten. Es war schwierig, Freundschaftsspiele zu organisieren. Und den Jungsligen beizutreten, war wirklich nur für die Besseren. Und nicht jeder Verein kann die besten 10 oder 20 Prozent der Mädchen haben. Das ist einfach nicht möglich.

Dann haben wir uns mit den Vereinen zusammengesetzt und uns angesehen, in welchen Altersgruppen Bedarf besteht. So haben wir letztes Frühjahr die Mädchenliga gegründet eingerichtet. Man kann bereits einen starken Anstieg sehen. Wir haben mit 17 Teams in den Mädchenligen angefangen. Das waren 17 neue Teams, die es vorher nicht gab. Und jetzt haben wir im Frühjahr 30. Leider mussten wir aber auch feststellen, dass einige Teams aufgeben mussten. Also ist es auch dort nicht so einfach. Aber es gibt eine positive Entwicklung. Und die jungen Mädchen sind auch das Wichtige, sie sind eigentlich die Basis.

Man braucht junge Talente, um später gute Spielerinnen zu produzieren. Und sie müssen so früh wie möglich anfangen.

Gibt es generell eine Tendenz, dass Mädchen später mit dem Fußballspielen beginnen als Jungs?

Ja, definitiv. Das war auch einer der Gründe, warum wir die Mädchenligen eingerichtet haben, weil die Mädchen im Durchschnitt einfach viel später anfangen. Und dann hast du das Problem, dass wenn sie gegen Jungs spielen, einfach ein paar Jahre Unterschied an Erfahrung aus sportlicher Sicht vorhanden ist. Denn die Mädchen beginnen erst mit 13, 14 oder sogar 15 und älter. Da kann man die Jahre, die vergangen sind, auf die Jungs, die mit fünf, sechs oder sieben anfangen, nicht aufholen.

Gibt es Gründe dafür, warum es immer noch so ist?

Es gibt mehrere Gründe. Es ist sozial immer noch teilweise in der Gesellschaft verankert, dass Fußball eine Männersportart ist, und es ist oft nicht einmal bekannt, welche Vereine Fußball für Mädchen anbieten. Und auch, dass einige Vereine einfach keine Mädchen wollen. Leider ist das immer noch der Fall. Obwohl es prinzipiell einen Aufschwung gibt.

Welche Rolle spielen Sponsoren und Partner beim Aufbau und der Unterstützung von Frauenmannschaften und wie können diese Beziehungen gestärkt werden?

Nun, aus allgemeiner Sicht hat die Frauen-Bundesliga in diesem Jahr einen Sponsor bekommen. Außer der Bundesliga gibt es aber keine Frauen-Liga in unserem Landesverband, die einen Sponsor hat. In der Männerliga gibt es zum Beispiel den Landespokal, der von einem Sponsor unterstützt wird, der Frauenpokal nicht. Ich weiß nicht, wie es den einzelnen Vereinen geht, ob sie schon GroßSponsoren an Bord haben oder nicht. Wahrscheinlicher ist aber, dass es, wenn dann, Sponsoren bei den Bundesliga-Vereinen gibt. Also es gibt durchaus Raum für Sponsoren in unserem Spiel unseren Ligen

Vielleicht ist es auch eine Gelegenheit für Unternehmen, Trends zu setzen?

Ja, definitiv. – Die neue Londoner U-Bahn-Linie als Beispiel, sie wurde auch nach den Lionesses benannt. International gibt es einige wirklich gute Beispiele, die gesetzt werden. Wenn also jemand die Mädchenliga sponsern möchte oder die Wiener Damen Ligen, können sich die Unternehmen sehr gerne melden.

Was sind aktuell neben den finanziellen Ressourcen noch andere Probleme?

Neben den angesprochenen strukturellen Problemen, freiwillige Funktionär*innen zu finden. Die Mädchenteams finden teilweise nicht genug Spielerinnen. Wir haben auch versucht, uns mit Sara Telek und Kickmit zu vernetzen, zum Beispiel. Weil sie direkt in den Schulen sind. Die Vereine können so die Sara anschreiben und zum Training kommen, damit sie direkten Kontakt mit den Spielerinnen haben. Aber es kostet alles viel Zeit. Heutzutage bekommt man natürlich viele neue Spielerinnen über soziale Netzwerke. Aber man braucht auch Ressourcen und ein bisschen Expertise, um sich um diese zu kümmern. Ich denke, man kann es nicht auf einen Faktor reduzieren.

Wie sieht es aus mit Rollen für Frauen abseits des Spielfeldes?

Die Welt der Funktionäre ist sehr männerdominiert, was verständlich ist, weil es einfach so viel mehr Fußballer gibt. Und am Ende wird ein Teil dieser Fußballer irgendwann Funktionär. Es ist dasselbe bei Fußballerinnen und die Zahl steigt langsam. Hoffentlich steigt dadurch irgendwann auch die Zahl der Fußballfunktionärinnen. Man muss sich aber als Frau dann schon auch überlegen, ob man in einem solch männerdominierten Bereich auch wirklich willkommen ist, das ist das Eine. Man muss sich immer überlegen, ob man als Verein Frauen im Vorstand willkommen heißt -das ist leider manchmal noch nicht der Fall. Dann müssen wir auch schauen, ob und wie wir es schaffen, dass Frauen sich wohlfühlen und mit uns arbeiten wollen. Andererseits ist es generell so, dass es einfach zu wenige Fußballer*innen gibt, die die Zeit aufbringen können oder wollen, um einen Unterschied zu machen. Ich glaube, wenn ein paar sagen, okay, wir wollen jetzt einen Unterschied machen, dann klappt das auch. Aber man braucht eben ein paar motivierte Leute. Das ist nicht so leicht zu finden.

Was können/müssen die Regionalverbände tun, um den Stellenwert des Frauenfußballs zu erhöhen?

Nun, die meiste Arbeit im Wiener Fußballverband wird von Freiwilligen ehrenamtlich geleistet. Was ich eigentlich empfehlen würde, sind viel mehr junge Leute im Vorstand. Ich würde gerne eine Verjüngung der Strukturen sehen, die Mehrheit der Spielerinnen ist in einem Alter, das überhaupt nicht im Vorstand vertreten ist. Ich glaube, ich bin das jüngste Mitglied im Vorstand. Ich bin schon in meinen späten 30ern, also bin ich weit weg von meinen frühen 20ern. Es gibt auch nur zwei Frauen im gesamten Vorstand. Wir arbeiten auch gerade an einem Fünf-Jahres-Plan für Mädchen- und Frauenfußball in Wien. Und es wird auch ein gemeinsames Treffen geben, um gemeinsame Ziele auszuarbeiten. Dort wollen wir all das vorbereiten, was wir im Mädchen- und Frauenfußball erreichen wollen und auch einen Weg skizzieren und Konzepte ausarbeiten, wie wir dorthin kommen.

Welchen Einfluss haben Profifußballerinnen auf Veränderungen im Frauenfußball?

Es ist viel besser geworden, denn als ich jung war, gab es einfach niemanden, mit dem ich mich identifizieren konnte. Es gab ja auch nichts im Fernsehen oder so, zu dem ich als Vorbild aufschauen hätte können. Heutzutage ist es viel besser. Wenn man die jungen Spielerinnen fragt, haben sie verschiedene Antworten, wer ihre Vorbilder sind, manchmal männliche, manchmal weibliche Vorbilder, aber sie sind präsent, sie kennen die Nationalspielerinnen. Man hat es jetzt auch in Wien gesehen beim Freundschaftsspiel gegen Frankreich. Das Stadion war voll, also das Potenzial ist definitiv da, dass genug Leute kommen und zuschauen.

Warum sollen Mädchen mit dem Fußballspielen anfangen?

Ich spiele selbst immer noch Fußball und habe jetzt nach einer Pause wieder angefangen. Es ist ein Teamsport, der viel Spaß macht und einem viel zurückgibt. Gemeinsam zu spielen und zu trainieren ist etwas ganz Besonderes und bereitet Freude. Die Freude, die man auf einem Spielfeld sieht, macht einfach irrsinnig viel Spaß. Mein Traum ist, dass jedes Mädchen oder jede Frau in Wien Fußball spielen kann. Leider gibt es dafür noch nicht genug Vereine. Ich würde mir wünschen, dass alle die Möglichkeit haben, Fußball zu spielen.

Anna Ressman at Frauen im Fußball - The Talk
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Frauen im Fußball

Sara Telek über ihre Erfahrungen als Schiedsrichterin

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Sara Telek über ihre Erfahrungen als Schiedsrichterin

In einem spannenden Interview gewährt uns die erfahrene Bundesliga- und UEFA-Schiedsrichterin Sara Telek tiefe Einblicke in ihre facettenreiche Reise durch die Welt des Sports. Von ihren Anfängen als Schülerin, die in den Pausen auf dem Schulhof Fußball spielte, bis zu ihrer beeindruckenden Karriere als Schiedsrichterin. Ein einzigartiger Einblick in die Herausforderungen und Triumphe im Leben einer Frau, die sich in einer von Männern dominierten Branche durchsetzt.

Sie berichtet nicht nur über ihren eigenen Werdegang, sondern äußert sich auch zu wichtigen Themen des Fußballs wie den VAR, die Entwicklung des Frauenfußballs in Österreich und ihren Erfahrungen als Schiedsrichterin in einem von Emotionen geprägten Umfeld. Durch ihre offenen und klaren Worte werden uns nicht nur Einblicke in ihre persönliche Entwicklung gewährt, sondern auch wertvolle Perspektiven auf aktuelle Trends und Herausforderungen im Fußball geboten, insbesondere im Kontext des Frauenfußballs.

Video-Interview: Sara Telek

Von Pinseln zum Fußball

zone14:  Sara, wie bist du aus der künstlerischen Richtung zum Fußball gekommen? 

Sara Telek: Das hat sich eigentlich so ergeben, dass ich in der Schule,in der Kunstschule, immer im Hof zu der Pausenzeit angefangen habe, mit meinen Freunden zu kicken.

Und so hat sich das dann ergeben, dass sich da eine Leidenschaft für den Fußball entwickelt hat, die mir mehr Passion im Sport gegeben hat, als ich sie im Kunstbereich erlebt hatte.

Anfänge als Fußballspielerin

zone14:  Du hast selbst gespielt: bei ASC Erla, Wiener Viktoria, Wiener Sport-Club und du warst auch eine der Gründerinnen der Dornbacher Girls. War es für dich jemals ein Ziel, Profi zu werden?

Sara Telek: Nein, mir war bewusst, dass ich viel zu spät begonnen habe.

Ich habe erst mit 14, also ab der Oberstufe, zum Kicken angefangen. Ich habe schon gemerkt, dass ich Potenzial hatte mit dem Fuß und dem Ball und in dem Sport talentiert war, weil ich das sehr schnell erlernt hatte. Ich fand es ein bisschen schade, dass ich da nicht schon früher den Weg zum Fußball gefunden habe, weil ich glaube, dann wären vielleicht Optionen und Möglichkeiten da gewesen.

Mir war von Anfang an bewusst, dass ich das einfach nur für mich und für den Spaß mache. Vor allem kicken im Park, das habe ich besonders gerne gemacht. Und es war für mich einfach nur für das Gefühl, für die Freude, für den Spaß. Das war eigentlich so mein Anfang.

Mir war lange Zeit gar nicht bewusst, dass es dieses Angebot, in einem Verein zu spielen, gibt. Ich komme eigentlich aus einer Antisportfamilie, wo Fußball gar kein Thema war. Von dem her hatte ich gar keinen Zugang jetzt zu dem Angebot Sportverein, Sporttraining, Fußballtraining. Ich habe eigentlich dann zufällig diesen Weg eingeschlagen.

Der Weg zur Schiedsrichterin

zone14: Wie bist du dann Schiedsrichterin geworden? 

Sara Telek: Innerhalb des Matches für 90 Minuten sind gewisse Regeln zu befolgen. Da dachte ich mir, dass es natürlich auch Vorteile hat, wenn ich als Spielerin mich auch für das Regelwerk interessiere und die Spielregeln beherrsche. Zumindest darüber Bescheid zu wissen. Das war die Motivation, warum ich mich dann einfach für den Schiedsrichterkurs angemeldet habe.

Es war nie mein Ziel, dass ich ein Spiel pfeife, sondern ich wollte einfach die Theorie durchgehen und das für mich erlernen. Dann ist es aber so, dass du automatisch, nachdem du die Theorie erlernst, dann auch eine Überprüfung hast. Dann hast du das erste Match und dann das nächste, dann bist du irgendwie automatisch dabei. Das hat einfach seinen Lauf genommen.

Wege zur Spitze

zone14:  Welche Wege geht man, um wirklich ganz nach oben zu kommen?

Sara Telek: Erstens muss einem auch bewusst werden, wo man eigentlich hin will. Sonst ist es genauso wie als Spieler, dass du aufsteigen und absteigen kannst. Du wirst auch bewertet, bedeutet, dass du Punkte sammeln kannst, je nachdem, wie deine Leistung im Spiel ist. Unter anderem werden deine Fitness und deine Regelkenntnisse berücksichtigt.

Es war spannend, du wirst in der Anfangszeit natürlich begleitet, bekommst Feedback oder auch einen Beobachter, der dann einen Bericht schreibt und Inputs gibt. Je mehr du dich mit der Materie befasst und mit den Kollegen in dieser Welt bist, desto mehr versteht man das gesamte System. Dann verstehst du auch die Möglichkeiten, die sich eröffnen. Dass man aufsteigen kann, vom Nachwuchs in den Kampfmannschaftsbereich und von dort zur Leistungsklasse. Dass man in den Talente-Kader aufgenommen werden kann, dass man internationale Assistentin oder Schiedsrichterin werden kann. Das sind dann schon viele Optionen und Chancen, bei denen man natürlich alleine von dem Ehrgeiz oder vom Potenzial her dann schnell Lust kriegt auf mehr.

Persönliche Erfahrungen und Herausforderungen

zone14: Was waren Herausforderungen, die du in deinen Erfahrungen als Schiedsrichterin erlebt hast?

Sara Telek:  Ich denke, dass vor allem die Anfangszeit für einen Schiedsrichter immer sehr herausfordernd ist. Alles ist neu. Man hat noch nicht die Sicherheit, noch nicht die Routine. Man muss auch erst lernen, sich durchzusetzen. Sehr viele Eindrücke von außen wirken auf einen ein und das ist einem teilweise gar nicht so bewusst. Wenn man diese Phase übersteht und dann dabei bleibt, kann man es schaffen. 

Die Dropoutquote ist gerade zu Beginn am größten, da viele negative Erfahrungen machen und vielleicht eine ganz andere Erwartungshaltung haben. Und dann auch enttäuscht sind. Oder schwierig mit Kritik umgehen können, die ihnen am Sportfeld entgegenkommt. Nicht nur an die spielbezogene Kritik, sondern auch an persönliche Kritik. Man muss einfach sehr früh lernen, dass man das trennt. Kritik, Beleidigungen, was auch immer da auf einen prallt. Man das nicht an sich heranlässt, da es eben nicht mit einem persönlich zu tun hat, sondern mit der Funktion und der Rolle, die man ausübt, in der man vielleicht nicht fehlerfrei ist oder gerade am Anfang Schwierigkeiten hat. 

Es ist ständig eine Challenge, jedes Spiel ist anders, jedes Spiel ist an einem anderen Ort, du hast immer andere 22 Charaktere am Spielfeld und das macht es einfach sehr spannend, vielseitig und herausfordernd.

Fairness und Führung am Spielfeld

zone14: Du hast als Schiedsrichterin bereits mehr als 300 Spiele absolviert, insgesamt mit 463 gelben Karten, 21 gelb-roten Karten und 17 rein roten Karten. Bist du eine strenge Schiedsrichterin? 

Sara Telek:  Nein, ich würde eigentlich von mir selbst nicht sagen, dass ich streng bin. Ich bin eher eine Schiedsrichterin, die laufen lässt, die auch aus der Spielperspektive denkt. Ich habe als Spielerin selbst gerne körperbetont gespielt, jetzt bin ich glaube ich keine Schiedsrichterin, die da leicht oder schnell eine Karte zückt. Außer es ist eine gewisse Grenze erreicht.

Ich habe einfach ein gutes Gespür gefunden, glaube ich. Ich weiß, wann ich ein Spiel laufen lassen kann. Natürlich kann ich nicht jedes Spiel gleich laufen lassen, manchmal sind Spieler oder Begegnungen einfach aufgeheizt. Da muss man einfach schon sensibilisiert sein und wissen, da kann ich jetzt vielleicht nicht so viel durchgehen lassen oder so körperbetont spielen lassen. Sonst wird das Spiel dann schwieriger zu leiten.

Gespür für Charaktere

zone14: Würdest du dich als Menschenkennerin bezeichnen? In dem Sinne, dass du schnell verstehst, welche Charaktere es innerhalb der Mannschaften gibt?

Sara Telek: Ich glaube schon, dass mir diese Fähigkeit sehr viel geholfen hat. Von Beginn an schon, wenn man Menschen oder Charaktere lesen kann und Situationen rechtzeitig vorab oder präventiv erkennt, dann hat man schon sehr viel gewonnen. Man kann verhindern, dass es überhaupt zu weit geht, weil man erkennt, dass es jetzt kritisch wird. Beziehungsweise glaube ich schon, auch wenn man Gesichtsausdrücke oder auch Mimik und Gestik gut interpretieren kann, dass einem dann die Rolle Schiedsrichter oder Schiedsrichterin leichter liegt.

Bedenken und Schattenseiten

zone14: Hat es jemals Zweifel bei dir gegeben, während eines Matches? An die eigene Leistung, aber auch bezüglich Kommentaren von Fans und Spielern.

Sara Telek: Ich glaube schon ein oder zwei Spiele gerade im Nachwuchsbereich, wo ich gemerkt habe, die sind mir nahe gegangen und da hatte ich einfach sehr viel zu lernen oder aufzuarbeiten und war bei dem einen Spiel sicherlich noch nicht mein bester Tag.

Ich war damals vielleicht auch noch überfordert, aber ich glaube nicht, dass ich überlegt hätte, aufzuhören. Das ist jetzt auch schon sicher über zehn Jahre her. Aber ich glaube schon, dass es bei vielen Kollegen oder Kolleginnen Thema ist. Man braucht eine harte Haut, die habe ich mir sicher auch nochmal stärker zugelegt in den Jahren.

Gleiches Spielfeld, unterschiedliche Kritik

zone14: Gibt es deiner Meinung nach Unterschiede, wenn eine Frau das Spiel leitet, im Gegensatz zu einem Mann?

Sara Telek:  Grundsätzlich glaube ich, dass es, wenn wir davon ausgehen, dass beide das gleiche Level oder die gleiche Leistung abliefern, dass es nicht wirklich einen Unterschied macht. Wenn jemand nicht gut ist, nicht anerkannt oder akzeptiert wird, dann ist es auch unabhängig, ob man Mann oder Frau ist. Dann wird auch die Kritik oder die Konfrontation von den Akteuren da sein. 

Ich glaube, dass einfach andere Schwachpunkte aufgegriffen werden, die kritisiert und genutzt werden, um zu beleidigen. Und das ist halt eben, bei einer Schiedsrichterin wahrscheinlich das Thema Frau, quasi in die Küche gehen zu sollen, bei männlichen Kollegen ist es dann irgendein anderes Merkmal, er ist vielleicht etwas dicker, klein oder hat vielleicht eine Glatze oder Brille. Man sucht sich dann irgendein Detail, das auffällt.

Fair Play gegen Vorurteile

zone14: Wie sieht es mit Frauenfeindlichkeit am Platz aus? Hast du in dieser Richtung etwas erleben müssen?

Sara Telek:  Man hört natürlich schon sowas, gerade vom Zuschauerbereich gibt es sexistische Meldungen. Von Spielern und Trainern eher selten. Ich glaube, dass da jedem auch die Verantwortung und die Rolle bewusst genug ist. Es gibt natürlich auch Momente, wo sich dann Spieler nicht mehr zusammenreißen, oder verbal entgleisen, sag ich mal. Und je nachdem, wie grenzüberschreitend das dann ist, reagiere ich auch dementsprechend. Wenn es mir gleichgültig ist, ignoriere ich es. Ob es etwas ist, dass ich dann etwas zurück sage, und verbal ein bisschen Kontra gebe. Oder ob es wirklich etwas ist, wo ich sage, das geht nicht mehr. Da muss man sich dann auch entschuldigen, disziplinär arbeiten und es den Spielern aufzeigen.

Technologie als Unterstützung

zone14: Uns als Technologie-Startup interessiert natürlich auch deine Meinung zum VAR, also zur Videoassistenz der Schiedsrichter. Hat er das Leben der Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen erleichtert? Wenn ja, wo gibt es noch Potenzial nach oben?

Sara Telek:  Ja, auf jeden Fall, der VAR hat den Fußball einerseits fairer gemacht, das beweisen ja auch die Statistiken. Dadurch aber halt auch herausfordernder, weil noch mal eine Komponente dazukommt, nämlich eben die technische. Ich denke, dass da vor allem die Kommunikation am Spielfeld eine wesentliche Rolle spielt. Der Schiedsrichter ist mit dem Team am Spielfeld, aber eben auch mit den Akteuren am Platz. Und im Hintergrund mit dem Videoschiedsrichter, man muss darauf achten, dass es zu keinen Missverständnissen kommt. Alles ist auch noch mal transparenter, was ich grundsätzlich sehr positiv finde.

Potenzial, Professionalisierung und die Zukunft

zone14: In unserer Kampagne richten wir den Fokus auf Frauen im Fußball, in welche Richtung bewegt sich der Frauenfußball derzeit in Österreich?

Sara Telek:  Der Frauenfußball hat sich in den letzten 10 Jahren enorm entwickelt und es hat sehr viel Verbesserungsarbeit stattgefunden. Ich glaube trotzdem und bin überzeugt, dass es noch so viel mehr Potenzial gibt. Dass man aufpassen muss, eben nicht stillzustehen oder wieder Rückschritte zu machen, dranbleibt und voranschreitet und einfach auch andere Strukturen und Professionalität schafft. Dass hier einfach ganz klar eine Entwicklung stattfindet, auch in den professionellen Bereich hinein. Dass auch finanziell her gesehen, die First Mover langfristig enorm profitieren werden und ziemlich sicher auch als Gewinner über längere Zeit dastehen. Jene, die dann erst Step by Step nachrücken, werden nur sehr schwierige Chancen haben, auch noch aufzuspringen oder das Level zu halten.

Insgesamt glaube ich, dass Österreich da schon stolz sein kann auf die Arbeit. Ich denke nur, dass man die breite Masse vielleicht noch zu wenig erreicht. Qualität entsteht auch durch Quantität und ich glaube, je mehr junge Spielerinnen auf den Fußball aufmerksam werden und einfach Spaß, Freude und Leidenschaft für den Fußball entsteht, umso mehr Potenzial gibt es dann auch für die Zukunft. Jetzt nicht nur im Bezug auf Spielerinnen, sondern einfach allgemein im Fußball. Auch als Trainerin, Schiedsrichterin, Funktionärin, auf allen Ebenen und Bereichen. Nochmal mehr Diversität und dadurch auch mehr Möglichkeiten zu schaffen.

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Frauen im Fußball

Sylvia Makungu: Von den Korogocho Slums zu Wacker Innsbruck

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Sylvia Makungu: Von den Korogocho Slums zu Wacker Innsbruck

Sylvia Makungu, Stürmerin des FC Wacker Innsbruck in der österreichischen Frauenfußball-Bundesliga, macht sich nicht nur auf dem Spielfeld einen Namen, sondern auch abseits davon mit ihrem Engagement für die Verbesserung der Lebensbedingungen in ihrem Heimatort, dem Slum Korogocho in Nairobi. Von ihrer schwierigen Kindheit bis zu ihrem Aufstieg in die internationale Fußballwelt ist Makungus Lebensweg ein Zeugnis für Widerstandskraft, Hingabe und die Kraft des Sports. Neben ihren sportlichen Erfolgen nutzt sie ihre Plattform, um positive Veränderungen in ihrer Gemeinde voranzutreiben und verkörpert damit die Rolle einer Aktivistin und Sportlerin. Während sie beim FC Wacker Innsbruck und in der kenianischen Nationalmannschaft weiterhin Höchstleistungen erbringt, ist Makungus Geschichte ein inspirierendes Beispiel dafür, wie Leidenschaft und Entschlossenheit ein mächtiges Vermächtnis schaffen können. In unserem Interview mit Sylvia Makungu spricht sie über ihren bemerkenswerten Werdegang, ihre Ambitionen und ihre Mission, ihre Gemeinschaft durch Fußball zu verbessern.

Einführung zu Sylvia Makungu: Ein aufstrebender Star des Frauenfußballs

– Bitte stell dich, dein aktuelles Team und deine Position kurz vor.

– Hallo, mein Name ist Sylvia Makungu. Seit 2013, als ich 10 Jahre alt war, spiele ich für die Acakoro Football Academy. Auf dem Spielfeld spiele ich hauptsächlich im offensiven Mittelfeld, wo ich sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite spielen kann. 

– Gib uns einen kurzen Überblick über deinen bisherigen Werdegang, wie und wann du mit dem Fußballspielen begonnen hast.

– Ich habe 2013 mit dem Fußballspielen bei Acakoro angefangen, einem Verein in einer schwierigen Gegend, in den Slums. Es war nicht einfach, aber ich habe immer versucht, hart zu arbeiten und mich weiterzuentwickeln.

Förderung zukünftiger Fußballerinnen: Die Rolle der Acakoro Academy für Sylvias Entwicklung

– Wie hast du die Acakoro Academy in Kenia erlebt und wie hat sie dir bei deiner Entwicklung geholfen?

– Meine Zeit an der Acakoro Academy in Kenia war unglaublich bereichernd und hat mir die Motivation gegeben, schon in jungen Jahren Fußball zu spielen. Die Akademie hat mich in meiner Ausbildung unterstützt und meine fußballerischen Fähigkeiten weiterentwickelt.

Übergang zum Profifußball in Österreich beim FC Wacker Innsbruck

– Wie kam es zu der Möglichkeit, nach Österreich zu gehen und für den FC Wacker Innsbruck zu spielen?

– Die Möglichkeit, nach Österreich zu gehen und für Innsbruck zu spielen, hat sich durch meine harte Arbeit, Disziplin und unerschütterliche Entschlossenheit ergeben. Es war eine Überraschung, denn ich war mir nicht sicher, ob ich jemals für eine der großen Mannschaften in Europa spielen würde. Deswegen habe ich mich sehr über die Chance gefreut, mein Talent im Ausland unter Beweis stellen zu können.

– Was sind die großen Unterschiede zwischen dem Leben in Kenia und in Innsbruck und was sind die fußballerischen Unterschiede?

– Es gibt große Unterschiede zwischen dem Leben in Kenia und in Innsbruck, sowie im Fußball. In Kenia ist es für die Spieler schwieriger, auf sich aufmerksam zu machen, weil wir nicht viele gute Plätze haben und es immer sehr voll ist. In Innsbruck ist es einfacher, es gibt viele Plätze zum Spielen und es ist nicht so voll.

Der Kampf um Gleichberechtigung und Unterstützung im Frauenfußball

– Welche Herausforderungen siehst du heute im Frauenfußball?

– Eine der größten Herausforderungen im Frauenfußball ist meiner Meinung nach die mangelnde Unterstützung für Sportlerinnen, einschließlich des Mangels an Trainingstrikots, Stipendien und angemessener Aufmerksamkeit im Vergleich zu männlichen Spielern. Das macht es schwer, motiviert zu bleiben.

– Wie kann sich der Frauenfußball deiner Meinung nach verbessern oder entwickeln?

– Das Wachstum des Frauenfußballs könnte durch mehr Unterstützung deutlich gesteigert werden. Wenn man sieht, wie hart die Frauen arbeiten um ihre Ligen oder die Champions League gewinnen, zeigt das, dass wir viel zu bieten haben. Stipendien und mehr Unterstützung könnten mehr Mädchen dazu inspirieren, Fußball zu spielen. Wir brauchen nur mehr Unterstützung und Ermutigung.

Internationale Erfolge und Ziele für die Zukunft

– 2020 kam es zu deinem Debüt in der A-Nationalmannschaft gegeben und du bist seitdem Stammspielerin deines Landes.

– Am Anfang hatte ich Angst zu spielen, weil ich noch so jung war. Aber dann habe ich gesehen, dass ich gut spiele und wurde sogar in die kenianische Nationalmannschaft berufen. Als ich mein Potenzial erkannte und in die Nationalmannschaft berufen wurde, hat mich das motiviert, höhere Ziele zu verfolgen und härter zu arbeiten, um mein Land mit Stolz zu vertreten. Es ist eine gute Erfahrung, die mich jeden Tag hart arbeiten lässt, um weitere Berufungen für mein Land zu erhalten.

– Welche Träume hast du für deine Fußballkarriere?

– Mein Plan für meine zukünftige Fußballkarriere ist es, für die Frauenmannschaft von Manchester City zu spielen und anderen Frauen zu helfen, ihre Träume zu verwirklichen.

Die nächste Generation von Frauen im Fußball fördern

– Welchen Rat würden Sie anderen Frauen geben, die eine Fußballkarriere anstreben?

– Mein Rat an andere Frauen ist, den Fußball nicht aufzugeben. Hartes Training und eine kluge Einstellung können das Leben verändern. Fußball ist eine großartige Möglichkeit, etwas im eigenen Leben und im Leben anderer Menschen zu bewirken.

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Frauen im Fußball

Fußball und Gender: Bedarf es wirklich noch Initiativen?

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Fußball und Gender: Bedarf es wirklich noch Initiativen?

Fußball im Aufwind

Im Allgemeinen befindet sich der österreichische Fußball derzeit im Aufwind – der Erfolg der österreichischen Nationalteams macht den Fußball populärer, sowohl für Frauen als auch für Männer. Immer mehr Menschen interessieren sich für Fußball im Allgemeinen und wollen auch aktiv Fußball spielen. Das zeigt sich auch im Nachwuchs: die Anzahl der Nachwuchsteams ist um ein Vielfaches höher als noch vor fünf Jahren, was unter anderem auch der Nachwuchsreform, die im österreichischen Fußball durchgeführt worden ist, geschuldet ist.

Das Burgenland als Vorreiter

Im Burgenland ist neben der Anzahl der Nachwuchsteams auch die Anzahl der Mädchenteams gestiegen: 40 an der Zahl sind es, die sich aktuell an der Nachwuchsmeisterschaft beteiligen. Das kann sich sehen lassen. Über so viele reine Mädchenteams verfügt kein anderes Bundesland, nicht einmal Wien. Man fragt sich, was das Burgenland von anderen Bundesländern unterscheidet, immerhin ist es gemessen an der Bevölkerungszahl das kleinste Bundesland Österreichs. Die Antwort darauf ist einfach: eine Initiative.

Aka Burgenland Frauen

Wie können solche Initiativen aufgebaut sein?

Der Frauenfußball erlebt derzeit eine dynamische Entwicklung und gewinnt weltweit an Ansehen und Popularität. In diesem Zusammenhang spielen eben solche Initiativen eine entscheidende Rolle, da sie einen wichtigen Beitrag zum Wachstum und zur nachhaltigen Entwicklung des Frauenfußballs leisten können. Im Folgenden wird ein detaillierter Einblick in verschiedene Aspekte gegeben, wie gezielte Initiativen einen nachhaltigen und positiven Einfluss auf den Frauenfussball haben können:

Förderung junger Talente

Die Nachwuchsförderung ist ein Eckpfeiler für den Erfolg des Fußballs. Initiativen sollten nicht nur darauf abzielen, Mädchen frühzeitig für den Fußball zu begeistern, sondern auch individuelle Talente und Fähigkeiten gezielt zu fördern. Durch die Identifikation vielversprechender Nachwuchstalente und deren Förderung wird der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft für Frauen im Fußball gelegt.

1 gegen 1 in einem Match

Schaffung von Strukturen im Jugendbereich

Die Etablierung solider Strukturen im Jugendbereich ist entscheidend, um Mädchen einen nahtlosen Übergang in den Fußballsport zu ermöglichen. Initiativen können dazu beitragen, Mädchenmannschaften zu gründen, die Teilnahme an regionalen und nationalen Jugendmeisterschaften zu fördern und gezielte Programme in Schulen und Gemeinden durchzuführen. Auf diese Weise wird eine solide Basis für die Entwicklung vielversprechender Spielerinnen geschaffen.

Gleiche Ressourcenverteilung

Die Schaffung gleicher Bedingungen und Ressourcen im Frauenfußball ist entscheidend für seinen Erfolg. Initiativen sollten sich aktiv dafür einsetzen, dass Frauen- und Männerfußball gleichermaßen finanzielle Unterstützung, Trainingsmöglichkeiten, hochwertige Ausrüstung und Infrastruktur erhalten. Dies schafft eine ausgewogene Basis und fördert die Gleichberechtigung in diesem Bereich. 

Warum aber herrscht immer noch so eine finanzielle Ungleichheit in der Welt des Fußballs?

Hitzige Situation in einem Match

Integration in die Vereinsstrukturen

Die nahtlose Integration von Mädchen und Frauen in bestehende Vereinsstrukturen ist ein Schlüsselaspekt für die Entwicklung des Frauenfußballs. Die Gründung von Mädchenmannschaften und Frauenabteilungen in Fußballvereinen erhöht nicht nur die Akzeptanz, sondern auch die Sichtbarkeit des Frauenfußballs. Dies ist entscheidend, um eine langfristige Bindung und Begeisterung für den Sport zu fördern.

Sensibilisierung für den Frauenfußball

Wirksame Initiativen sollten das öffentliche Bewusstsein für Frauen im Fußball schärfen und bestehende Stereotypen überwinden. Kampagnen, die die Erfolge von Frauenfußballmannschaften und -spielerinnen hervorheben, tragen dazu bei, Vorurteile abzubauen und das allgemeine Interesse am Frauenfußball zu steigern. Gezielte Bewusstseinsbildung legt den Grundstein für eine breite Akzeptanz in der Gesellschaft.

Trainerausbildung und -förderung

Die gezielte Ausbildung und Förderung von Trainerinnen im Frauenfußball ist von entscheidender Bedeutung. Initiativen können dazu beitragen, Trainerkurse finanziell zu unterstützen, um mehr qualifizierte Frauen als Trainerinnen zu gewinnen. Diese fungieren dann nicht nur als sportliche Betreuerinnen, sondern auch als Vorbilder für junge Spielerinnen, was die Identifikation und Bindung stärkt. 

Doch warum genau mangelt es immer noch an Trainerinnen?

Wettbewerbsmöglichkeiten schaffen

Die aktive Unterstützung von Initiativen zur Organisation von Wettbewerben und Ligen im Frauenfußball schafft nicht nur Anreize für Spielerinnen, sondern erhöht auch die Sichtbarkeit und Anerkennung des Frauenfußballs auf regionaler und nationaler Ebene. Die Teilnahme an Wettbewerben fördert den Kampfgeist und trägt zur Entwicklung von Spitzenspielerinnen bei.

Partnerschaften mit Schulen und Institutionen

Die Zusammenarbeit von Initiativen mit Schulen, Sportvereinen und anderen Institutionen ist entscheidend, um Mädchen den Zugang zu Fußballaktivitäten zu erleichtern. Gezielte Partnerschaften erhöhen nicht nur das Bewusstsein für Frauenfußball, sondern schaffen auch mehr Möglichkeiten für junge Mädchen, sich dem Sport zu widmen. Diese Kooperationen schaffen eine nachhaltige Basis für die Entwicklung des Frauenfußballs auf breiter gesellschaftlicher Ebene.

Damen beim Aufwärmen vor einem Match

Real Girls Play Soccer - Eine Initiative trägt Früchte

Yvonne Lindner und Nina Potz sind Projektleiterinnen der Initiative real. girls. play. SOCCER. , die eng mit dem Burgenländischen Fußballverband zusammenarbeitet. Die Beiden haben es sich zum Ziel gesetzt, den Mädchen- und Frauenfußball im Burgenland voranzubringen. Beide verfügen über genügend Erfahrungen im Fußball – sie spielten einst selbst Fußball.

Kooperationen von klein auf

Eine erste Maßnahme greift dort, wo andere aufhören. Während Disney’s Playmakers (eine Initiative des ÖFB in Kooperation mit Disney) Mädchen im Kindergartenalter spielerisch zum Fußball bringen soll, setzt Real Girls Play Soccer in der nächsten Altersstufe an: der Volksschule. Gemeinsam mit dem ASVÖ wurden spezielle Trainings für Mädchen in den Volksschulen des Landes angeboten. Anschließend wurden sie auch zu Trainings im Verein eingeladen. So verlagerte man die klassischen Schnuppertrainings in die Schule, um den Mädchen erste Berührungspunkte mit dem Sport, aber auch mit den Ansprechpersonen im Verein zu bieten. Stützpunkte in allen Bezirken wurden geschaffen, damit Mädchen, die Fußball spielen möchten, auch bezirksweise spielen können und im besten Fall anschließend in einen Verein in ihrer Nähe wechseln.

Eigene Projekte

Danach greift ein weiteres Pilotprojekt: Die Mädchen-Schülerliga, die dafür sorgt, dass Mädchen wie Burschen im Schulsport gleichermaßen gefördert werden. Bislang konnten Mädchen nur in der Burschen-Schülerliga mitspielen. Dabei waren sie oft in der Minderheit. Möglich ist diese Mädchen-Schülerliga nur durch eine Förderung des Landes, das die Kosten hierfür übernimmt. Ein Fußball-Talente-Training wurde installiert, damit Talente bezirksweise auch entsprechend gefördert werden können. Damit sich mehr Mädchen für den Fußball interessieren, braucht es vor allem eins: Weibliche Vorbilder. Fußball ist noch immer sehr männlich konnotiert. Die Trainer sind hauptsächlich männlich. Auch hierfür hat Real Girls Play Soccer eine Lösung: Ein Teil der Kosten für den Trainerkurs wird übernommen. So wird den Vereinen ein weiterer Anreiz dafür geboten, gezielt Frauen anzusprechen und ihnen eine Trainerausbildung zu ermöglichen. Das finanzielle Hindernis wird aus dem Weg geräumt.

Von klein auf werden Mädchen in der burgenländischen Fußballlandschaft gefördert: Das zahlt sich aus. Auch wenn das Burgenland aktuell das einzige Bundesland ohne Frauenliga ist, wird sich das in den nächsten Jahren ändern. Dabei sind sich Nina Potz und Yvonne Lindner sicher, immerhin ist das die Altersstufe, die im Mädchen- bzw. Frauenfußball fehlt und eines der Ziele, auf die die beiden seit Gründung der Initiative hinarbeiten.

Erster Kontakt und Ballannahme

Perspektiven für den Fußball

Was es braucht, sind mehr Initiativen wie “Real Girls Play Soccer”. Damit im Fußball endlich Gleichberechtigung herrscht, müssen alle Kinder auf dieselben Rahmenbedingungen zurückgreifen können. Die Entwicklung, die der Mädchen- und Frauenfußball im Burgenland genommen hat, kann sich sehen lassen. Man darf hoffen, dass sich weitere Initiativen nach diesem Vorbild gründen und der Mädchen- und Frauenfußball auch österreichweit die Aufmerksamkeit erhält, die er verdient.

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Frauen im Fußball

Lara Krampf: Ein Spiel um Gleichberechtigung im Fußball

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Lara Krampf: Ein Spiel um Gleichberechtigung im Fußball

Es macht Sinn, sogar Jugendcoaches über Genderkompetenz zu schulen.
Lara Krampf
Spielerin bei DSG Dynama Donau

Einleitung: Vorstellung und Leidenschaft für Fußball

(Stefan Bartl) Hallo Lara, schön, dass du in unser Büro gekommen bist.

(Lara Krampf) Hallo Stefan.

(S) Wir arbeiten mit dir und Jasmine Sommer am Projekt Fokus: Frauen im Fußball, um den Frauen*fußball ins Rampenlicht zu rücken. Kannst du dich kurz vorstellen und uns erzählen, wie du zum Fußball gekommen bist?

(L) Ja klar, ich bin 23 Jahre alt, wohne in Wien und spiele gerne Fußball. Ich war schon immer sehr sportlich und habe den Fußball entdeckt, als ich acht Jahre alt war. Seitdem habe ich für ASV 13, Altera Porta, den Wiener Sportclub und jetzt für Dynama Donau gespielt. In meinem täglichen Leben lerne ich die Grinberg-Methode und bin froh, heute hier zu sein.*

Herausforderungen im Frauen*fußball: Ungleichheiten und Medienaufmerksamkeit

(S) Die Kampagne hat auch das Ziel, auf die Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten hinzuweisen, die im Frauen*fußball immer noch bestehen. Warum hat der Sport deiner Meinung nach nicht den Stellenwert, den er verdient?

(L) Ich glaube, dass es klare Gründe für diese Ungleichheit gibt, die auf den allgegenwärtigen Einfluss des Patriarchats in unserer Gesellschaft zurückzuführen sind. Es ist offensichtlich, dass der Frauen*fußball im Vergleich zum Männerfußball deutlich weniger Medienberichterstattung und Aufmerksamkeit erhält. Wenn man sich die Zuschauerzahlen in den Stadien an den Wochenenden ansieht, wird deutlich, dass es weniger Aufmerksamkeit und Bewusstsein dafür gibt, wie cool und aufregend Frauen*fußball ist. Es fehlt auch an finanzieller und sonstiger Unterstützung für den Frauen*fußball. Leider haben viele Frauen immer noch nicht einmal die Möglichkeit, zu spielen. Es ist erwähnenswert, dass Frauen oft vor einem finanziellen Hindernis stehen, wenn es darum geht, in einem Verein Fußball zu spielen, was bei Männern, die vielleicht sogar Geld verdienen, nicht der Fall ist. Dies kann unsere Wahrnehmung des Frauen*fußballs prägen. Mädchen haben es nicht leicht, im Fußball Fuß zu fassen, da es sich um eine relative Nischensportart handelt. Die Möglichkeiten für sie, Karriere zu machen, sind begrenzt. Alles in allem gibt es immer noch mehrere Aspekte, die problematisch sind und dazu führen, dass der Frauen*fußball hinter dem Männerfußball zurückbleibt.*

Nachwuchsförderung: Vorbilder und Trainerinnen im Frauen*fußball

(S) Fehlt es jungen Mädchen und heranwachsenden Frauen an Vorbildern im Sport, insbesondere angesichts des Mangels an Trainerinnen und Sportlerinnen im Allgemeinen? Wie können wir dieses Problem angehen und die Zahl der Trainerinnen im Fußball erhöhen?

(L) Die Sensibilisierung dafür, dass Fußball ein cooler Sport ist, ist ein wichtiger Ansatzpunkt. In klassischen Kinderbüchern, die immer noch verkauft und produziert werden, werden Mädchen nie als Fußballerinnen oder andere Sportlerinnen dargestellt. Stattdessen werden sie oft immer noch als kochende, backende oder mit Süßigkeiten herumfliegende Feen dargestellt. Ich denke, das Problem beginnt mit der Darstellung in der Kindheit, wenn Fußball oft als eine männliche Aktivität dargestellt wird und der Fokus auf männlichen Spielern wie Ronaldo, Neymar, Messi und Mbappé liegt. Und es setzt sich bis ins Jugendalter fort. Leider wird weiblichen Fußballern wie Mapi León, Alex Morgan und Laura Feiersinger nicht die gleiche Aufmerksamkeit zuteil. Trotz ihrer beeindruckenden Fähigkeiten werden sie nur selten in den Medien erwähnt, und wenn, dann oft nur in einem kurzen Artikel auf den hinteren Seiten einer Zeitung. Ich glaube, dass Clubs oft von Männern dominiert werden, und leider können einige Männer giftiges, unangenehmes und sexistisches Verhalten an den Tag legen. Das kann es für Frauen unattraktiv machen, in diesem Umfeld zu arbeiten und ihre Karriere voranzutreiben. Auch Schiedsrichterinnen haben es in einem von Männern dominierten Bereich nicht immer leicht. Es kann sehr entmutigend sein, während der Ausbildung die einzige Frau in einem Raum voller männlicher Schiedsrichter zu sein. Das Problem ist derzeit festgefahren und erfordert zusätzliche finanzielle Mittel und Aufmerksamkeit. „Fokus: Frauen im Fußball“ ist eine gute Gelegenheit, den nötigen Anstoß zu geben.

Geschlechterdiskriminierung im Sport: eine persönliche Sichtweise

(S) Was den Sexismus betrifft, so erinnere ich mich an eine Situation vor etwa einem halben Jahr, in der es um den spanischen Verband und einen Kuss-Skandal ging. Was war Ihre Meinung zu dieser ganzen Situation?

(L) Es war äußerst frustrierend, dass Spanien die Weltmeisterschaft gewonnen und ein fantastisches Spiel abgeliefert hat und sich die Medien dennoch auf das beleidigende Verhalten einer einzelnen Person konzentrierten.  Obwohl es enttäuschend war, dass dies vor einem weltweiten Publikum geschah, denke ich, dass es letztendlich positiv war. Es war wichtig zu zeigen, dass ein solches Verhalten inakzeptabel ist und Konsequenzen hat, was letztendlich dazu führte, dass der Verband ihn (Anm.: Luis Rubiales) entlassen hat. Solche Dinge passieren oft hinter den Kulissen, und erst in solchen Situationen kommen sie ans Licht. Ich habe danach auch ein Interview über den Vorfall gelesen. Anscheinend hat er auch die Spieler in der Umkleidekabine belästigt. Es war nicht das erste Mal, dass er sich so verhalten hat, und sie mussten es sich gefallen lassen, weil sie seine Unterstützung brauchten. Auch der Trainer hat es bis zu einem gewissen Grad toleriert. Daher ist es wichtig, dass dieses Problem ans Licht gekommen ist.

Finanzierung und Unterstützung für den Frauenfußball

(S) Viele Frauen*mannschaften haben Probleme, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, weil es an finanziellen Mitteln und Sponsoren mangelt. Wie kommt es, dass Männerteams heute mehr Mittel erhalten als Frauen*teams?

(L) Ich habe mit Vereinsmanagern über dieses Thema gesprochen, weil ich es nicht nachvollziehen kann. Wenn man einen direkten Vergleich anstellt, können die Frauen*teams eines Vereins manchmal sogar besser sein als die Männermannschaften, was bedeutet, dass sie in höheren Ligen spielen. Aber letztlich ist es natürlich eine Frage des Einkommens, denn die Männer haben einfach mehr Zuschauer und bekommen mehr Sponsorengelder. Es ist oft eine Frage der Entscheidung, wohin man mehr Geld steckt, und wenn man ein bisschen Geld hat, muss man harte Entscheidungen treffen, und das führt oft dazu, dass der Frauen*fußball ins Hintertreffen gerät. Solange das der Fall ist, wird der Frauen*fußball immer auf der Strecke bleiben und nie so weit wie möglich kommen. Nun, nur in Bezug auf die Aufmerksamkeit und die Zuschauerzahlen, nicht auf die Qualität des Fußballs. Ich habe den Eindruck, dass Frauen auch ohne Geld sehr weit kommen können und dass die Summen, die in den Männerfußball fließen, ein absurdes Niveau erreicht haben.

Sichtbarkeit und Infrastruktur: Nationale und internationale Sichtweisen

Akademie Burgenland Frauen

(S) Zum Thema Sichtbarkeit und ein kleiner Ländervergleich: Die österreichische Nationalmannschaft hat in England gespielt, im Wembley-Stadion, vor 70.000 Zuschauern im Wembley-Stadion, und dann das Rückspiel in Wiener Neustadt, vor 2.000 Leuten. Warum ist das Interesse in Österreich immer noch so gering? Warum spielt das Frauenteam immer noch nicht zum Beispiel im Ernst-Happel-Stadion?

(L) Puh, um ehrlich zu sein, kann ich das nicht sagen. Ich war bei diesem Spiel in Wiener Neustadt und ich finde es peinlich, dass die Nationalmannschaft vor so einem kleinen Publikum auf internationaler Ebene spielt. Das ist eine absolute Respektlosigkeit und sollte einfach nicht so weitergehen. Das Stadion ist auch ziemlich unzugänglich, man braucht etwa 20 oder 30 Minuten vom Bahnhof aus, mit unregelmäßigen Busverbindungen. Oft muss man ein Taxi nehmen oder mit dem Auto hinfahren, was mühsam sein kann. Daher ist es logisch, dass nur wenige Leute zum Zuschauen kommen, und in der Zwischenzeit ist die Infrastruktur in Wien vorhanden, sie sollte genutzt werden. Es ist eine Frage der Prioritätensetzung, und da hinkt der österreichische Fußball eindeutig noch hinterher, wir brauchen mehr Bewusstsein und mehr Drive. Ein weiteres wichtiges Thema ist der Mangel an Frauen in Führungspositionen. Als Mann hat man die Ungleichheit in seiner Karriere vielleicht nicht erlebt, was zu weniger Verständnis, Bewusstsein und Antrieb führt, den Status quo zu ändern. Es wäre von Vorteil, wenn der ÖFB einen Blick darauf werfen würde, was schiefläuft, und die Gründe für den Mangel an Zuschauern im Frauenfußball, insbesondere bei internationalen Spielen, analysieren würde. Man könnte in Erwägung ziehen, mit jüngeren Menschen zusammenzuarbeiten, um mögliche Lösungen zu erkunden. Die Eröffnung eines Dialogs könnte ein positiver Schritt sein, da es viele talentierte und motivierte junge Fußballerinnen gibt. Leider ist mir nicht bekannt, wie sie dies in England erreicht haben. Es ist jedoch offensichtlich, dass in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte im Frauenfußball erzielt wurden, angetrieben durch den Zustrom von Energie und Geld in den Sport.

Sexismus und Machismus: Persönliche Erfahrungen und Herausforderungen

(S) Lass uns die Schattenseiten des Fußballs ansprechen. Hast du während deiner Karriere irgendwelche Erfahrungen mit Sexismus oder Machismus gemacht?

(L) Ja, eigentlich ziemlich viele Geschichten. Ich habe für ASV 13 gespielt, bis ich 14 war. Dann wurde ich von Altera Porta abgeworben und spielte in der 2. Bundesliga. Es war ein reiner Frauenverein mit einer großartigen Struktur, und ich habe mich dort wohl gefühlt. Später wollte ich mich weiterentwickeln und bin zum Wiener Sport-Club gegangen. Ich habe echte Geschichten von anderen Vereinen in Wien gehört, wo ein Trainer wegen sexuellen Missbrauchs von Frauen vor Gericht gegangen ist. Ich habe auch Geschichten gehört, die darauf hindeuten, dass dieses Verhalten im Frauen*fußball keine Seltenheit ist und dass Mädchen immer wieder damit konfrontiert werden. Es ist entmutigend, dass solche Situationen als normal angesehen und nicht hinterfragt oder angefochten werden. Ich habe auch Fälle erlebt, in denen Männer oder Trainer übermäßig viel Platz beanspruchen und die Aufmerksamkeit von Frauen suchen. Es ist wichtig, ein solches Verhalten anzusprechen und zu hinterfragen. Diese Handlungen können zu unangenehmen Situationen führen. Deshalb bin ich froh, Teil von Dynama Donau zu sein, einem selbstorganisierten Verein mit einem unterstützenden Trainer, bei dem gelegentlich sogar Spielerinnen die Trainingseinheiten leiten. Obwohl wir aufgrund unserer selbstorganisierten Struktur vor Herausforderungen stehen, streben wir danach, weibliche Trainer oder Personen zu haben, die sich mit Sexismus und Diskriminierung auskennen.

Wie kann man den Wandel im Frauenfußball-Trainerwesen fördern?

(S) Gibt es Trainerinnen, Funktionärinnen oder Vereine, die mit gutem Beispiel vorangehen? Du hast Dynama Donau als Beispiel genannt. Was macht die Trainerin anders als andere, die diesen Sinneswandel noch nicht erlebt haben? Was können Trainerinnen von diesem Trainer lernen?

(L) Ich glaube, es ist wichtig, sich seines eigenen Verhaltens bewusst zu sein und negative oder ungesunde Handlungen gegenüber Spielerinnen zu reflektieren. Es ist wichtig, auch in emotional aufgeladenen Situationen respektvoll zu bleiben und eine ruhige Einstellung zu bewahren. Es ist auch wichtig, sich seiner Macht und Position bewusst zu sein und entsprechend zu handeln. Es gibt kostenlose Sensibilisierungskurse und Workshops zu Sexismus und Diskriminierung, die von 100% Sport angeboten werden. Diese Ressourcen können dem Einzelnen helfen, gegen Diskriminierung vorzugehen. Außerdem gibt es Orte, die die Selbstreflexion und das Bewusstsein für das eigene Verhalten fördern. Die Entwicklung von Bereitschaft und Sensibilität ist entscheidend. Es ist wichtig festzuhalten, dass das Coaching von Frauen nicht auf Männer beschränkt sein sollte. Meiner Meinung nach ist es von entscheidender Bedeutung, den Mangel an weiblichen Coaches in der Branche zu beheben. Bestehende Coaches sollten ihre Position anerkennen und von den Erkenntnissen der Frauen in ihren Teams lernen. Außerdem ist es wichtig, ungesunde Machtstrukturen in den Vereinen zu beseitigen, indem Verantwortlichkeiten verteilt und eine Zentralisierung der Macht vermieden werden.

(S) Das wäre ein gutes Thema für einen Trainerlehrgang, um Genderkompetenz in eine bestimmte Richtung zu bringen. Für Jugendtrainer ist es vielleicht noch nicht relevant, aber für höhere Ebenen könnte es nützlich sein. Was meinst du dazu?

(L) Ich denke, es macht Sinn, auch Jugendtrainer auszubilden, denn Kinder lernen viel. Sie sind wie Schwämme, saugen alles auf und entwickeln sich jeden Tag weiter. Schau dir an, wie schnell Kinder wachsen und wie viele Entwicklungsschritte sie an einem Tag machen. Richtiges Gendering stärkt das Selbstvertrauen und verhindert, dass sie sich nicht zugehörig oder integriert fühlen.

Visionen für die Zukunft und Wünsche für den Fußball

(S) Lass uns zu einem Ende kommen. Wenn eine Fee dir einen Zauberstab in die Hand drücken würde und du drei Dinge im Frauen*fußball auf der Stelle ändern könntest, welche wären das?

(L) Ich würde gerne allen Frauen*mannschaften die nötige Ausrüstung und Trainingseinrichtungen zur Verfügung stellen, die für alle Spielerinnen geeignet sind und ihnen ein Gefühl der Zugehörigkeit und Inklusion vermitteln. Also erstens, die Ressourcen verbessern. Zweitens möchte ich freundliche, kompetente und nicht-diskriminierende Trainerinnen haben, die eine geschlechtsneutrale Sprache verwenden. Drittens ist es für den Frauen*fußball von entscheidender Bedeutung, alle Personen des Geschlechterspektrums einzubeziehen und einheitliche Regeln zu haben. In Deutschland zum Beispiel können Trans-Personen ohne Probleme spielen und werden nicht aufgrund ihrer Geschlechtsidentität diskriminiert. Der Fokus sollte auf dem Fußballspielen liegen, einem schönen Sport, und nicht auf der Geschlechtsidentität. Das wäre mein dritter Wunsch.

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